Buch 
Aus meinem Bühnenleben : Erinnerungen / von Karoline Bauer ; herausgegeben von Arnold Wellmer
Entstehung
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Sie erhält die heiterste Antwort: Lieb Närrche», Duweißt ja, daß ich Deinen Goldfuchs und einen Braunen reite.Wie kann mich da eine,böse Kanonenkugel von einem Schimmelhcrabreiße»? Wann wirst Du endlich ein tapferes Svldaten-weib werden?

Und dennoch sollte dieser Traum nach wenigen Jahrenin Erfüllung gehen.

Welch beseligendes Wiedersehn, als der geliebte Gatte undVater gesund und mit reichen Ehren geschmückt nach Heidelbergzurückkehrte! Für die verwegene Rettung eines großen Trans-portes von Pferden aus den Händen der Feinde hatte HeinrichBauer den badischen Tapserkeitsorden erhalten.

In Heidelberg wurde ich am 28. Mai 1808 geboren.

Bald darauf übersiedelten die Eltern nach Bruchsal. DerVater that als Oberlieutenant und Adjutant im 2. Dragoner-Regiment Heimrot Dienste. Die letzten glücklichen Tage derjungen Ehe.

Schon im nächsten Frühjahr rief die Kriegsdrommetcwieder hinaus in die Schlacht. Am 9. April 1809 erklärteOesterreich dein übermüthigen Korsen den Krieg. Sogleich er-hielten die Badenser, Darmstädter, Württembergcr, BaiernBefehl, gegen Oesterreich zu marschircn.

Dies Mal riß der Vater sich mit blutendem Herzenmit bangen Ahnungen von dem stillen Glück seines Hauses los.Uns Kinder umarmte er immer und immer wieder. Als ermich unter Küssen und Thränen wieder in die Wiege legte,sagte er leise: »Armes Kind, Du lächelst und bald baldbist Du wohl schon eine Waise!«

Die Mutter und sein Liebling Louis begleiteten den Vaterbis Pforzheim. Das vierjährige Söhnchen zärtlich »Luppel-könig« genannt ließ er keinen Augenblick von der Seite.Es mußte auch sein Lager theilen. Waren die KameradenAbends im Quartier des Vaters und Louis sagte: »Bin müde Vater schlafen!« so nahn: dieser sein Söhnchen sogleich