Buch 
Aus meinem Bühnenleben : Erinnerungen / von Karoline Bauer ; herausgegeben von Arnold Wellmer
Entstehung
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Die Lmte liefen herbei: den König von Schweden znsehn. Der plauderte harmlos, nicht ohne eine gewisse Ge-schwätzigkeit mit aller Welt. Aber er hatte keine Frage viel-leicht kaum einen Gedanken für seine Gemalin und seine Kinder,die doch in derselben Stadt lebten. Als die Pferde gewechseltwaren, fuhr er weiter.

So ist der Unglückliche noch mehrere Mal durch Karls-ruhe gekommen, ohne sich um seine Familie zu kümmern. Niehat er seiner Gemalin, seinen Kindern geschrieben. Und dochhatte er zn ihren Gunsten freiwillig auf die ganze ihn: vonSchweden ausgesetzte Apanage verzichtet, sehr bescheiden vonden verkauften Diamanten lebend, die er als sein Privateigcn-thum aus Schweden mitgebracht hatte.

Nur als die Königin Friederike im September 1826 ster-bend zu Lausanne lag, sah man in der Abenddämmerung denOberst Gustavsohu ihrem Hause gegenüber stehn und lange ausdas Fenster des Schlafgemaches starren. Und als die Leichedann in der Familiengruft zu Pforzheim beigesetzt wurde, standim Schatten eines Kirchenpfeilers ein Mann, dicht in seinenMantel gehüllt, und seufzte. Es soll der Oberst Gustavsohugewesen sein. Was mag in jenen todesschaurigen Stunden inder Seele dieses Menschenräthsels vor sich gegangen sein!

Noch 11 Fahre nach dem Tode der Königin irrte derRuhelose bedauert und verspottet durchs Leben. Dann starber in St. Gallen. Seine Asche fand erst 1846 neben demSarge seiner jüngsten Tochter Cäcilie, Großherzogin von Ol-denburg, in der Fürstengrnft zu Oldenburg eine bleibendeStätte.

Von dem Zauber der wunderbaren Schönheit ihrer PrinzeßFriederike von der Familie kosend: Frique genannt er-zählten die Karlsruher folgende romantische Geschichte:

Ein englischer Lord hatte die junge Prinzessin in Karls-ruhe gesehen und eine wahnsinnige Leidenschaft für sie gefaßt.Er folgte ihr von Stund an, wie ihr Schatten, aber-immer in