der Handlung in den Landstädten. 2z
in England rechnen. Nil desperandum. Wenn wiruns nur angreifen wollen! Allein, wir kennen dieWelt von der Seite der Handlung nicht, und der See-städter treibt die Handlung als die Alchimie. Sonstmußten wir, die wir unter einer Last von Pfennigenseufzen, wo der Engländer Pfunde zu entrichten hat,längst weiter seyn, als wir sind. Alles, was wir zuunserer Entschuldigung sagen können, ist, daß uns derMarkt fehle. Woran liegt es aber, daß wir ihn unsnicht verschaffen? Und, warum muß ein Deutscher zuBirmingham uns die lackirten Tische auf die Messeschicken? Warum müssen wir eine Sache, als die Fuß-decken, wovon die Mode in fünfzig Jahren so allgemein,als in England seyn wird, von Wilton haben? Solltedie Stahlarbeit nicht eben so gut auf dem Harze, alsin Schweden und England gerathen?
Ein Grund unsers Verderbens liegt in der Schwä-chung der Handwerker, Und in der Ermunterung unse-rer Krämer. Man lasse sich die Rollen von unsernHandwerkern nur seit hundert IlHren zeigen. Die Krä-mer haben sich gerade dreyfach vermehret, und dieHandwerker unter der Hälfte verlohren. Der Eisen-kram hat den Kleinschmidt; der Bürean- und Stuhl-kram den Tischler; der Tuchhandel den Tuchmacher;der Goldkram den Bortenwirker; der goldene, härene,gelbe und weiße Knopf den Knopfmacher und Gelbgies-ser verdorben. Und kann man sich eine Sache geden-ken , womit der Krämer jetzt nicht heimlich oder öffent-lich handelt? Lauret er nicht auf alle Gelegenheitenund Thorheiten, um etwas neues, wunderbares undfremdes einzuführen? Und kann man ein Exempel aus-weisen, daß ein einziger Krämer auch nur einen ein-zigen Handwerker unter seinen Mitbürgern, durch seineAnleitung und Einsicht aufgeholfen habe? Die Rechts-
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