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IV.
Reicher Leute Kinder sollten ein Handwerklernen.
§Vr Hauptfehler unsrer mehrsten deutschen Handwöreker ist der Mangel an Gelde. Das Sbhnchen einer be-mittelten Mutter schämet sich die Hand ap eine Zangeoder Feile zu legen- Ein Kaufmann muß er werben.Sollte er auch nur mit Schweftlhölzern handeln: soerhält er doch den Rang über den Künstler, der denLauf einer Flotte nach seiner Uhr regiert; dem KönigeKronen, dem Helden Schwerdter und dem edlen Land-mann Sensen giebt; über den Künstler, der mit seinerNehnadel den Mann Macht, unst den Gelehrten durchfeine Presse Bewunderung und Ewigkeit verschafft.Es hält schwer, sich aus diesem Zirkel zu heben:
Wenn ein Handwerk einmal verachtet wird, sotreiben e6 nur arme und geringe Leute; und,was arme und geringe LcUre treiben, das willselten Geschmack, Ansehen, Güte und Vortreff-lich feit gewinnen.
Schrecklicher Zirkel, der uns an der Wiederaufnahmeder mehrsten deutschen Landstädte zweifeln läßt! In-dessen verdient die Wichtigkeit der^Sache doch, daßman einmal diesen Knoten auflöse, und dasjenige Endeergreife, was Natur und Vernunft am ersten hervor-stoßen. Der Klügste muß überall den Anfang machen;der soll für diesesmal der Reiche seyn, weil er es amersten seyn kann. Der Reiche soll also gemeine Vor-urtheile mit Füßen treten, seine Kinder ein Handwerklernen lassen und ihnen seinen mächtigen Beutel geben,damit der böse Zirkel zerstöret werde.
Nichts