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Reicher Leute Kinder
Nichts giebt der Stadt London ein prächtigers An-sehen, als die Buden ihrer Handwerker. Der Schu-ster hgt ein Magazin von Schuhen T woraus sogleicheine Armee versorgt werden kann. Beym Tischler fin-det man einen Vorrath von Sachen, welche hinreichen,ein königliches Schloß zu meubliren. Bey den Gold-schmieden ist mehr Silberwerk als alle Fürsten inDeutschland auf ihren Tafeln haben; und durch denStadtschmied lebe» hundert Dorfschmiede, die ihm indie Hand arbeiten, und ihm die Menge von Waarenliefern, welchen er die letzte Feile und seinen Namengiebt. , '
Solche Handwerker dürfen es wagen, den königli-chen Prinzen ihr Gilderecht mitzutheilen. SolcheHandwerker find es, woraus der Lordmaire erwähltwird, und Parlamentsglieder genommen werden. Ei»solcher war Lailor, der als Generalzahlmeister im letz-ten; Kriege sich als Meister zu dem Silberservice be-kannte, woraus er die Generalität bewirthete. Wasist der Krämer dagegen, der mit Caffee und Zucker hörckert, oder mit Mäusefallen, Puppen und Schwärmernhaustrt? ^
Zur Zeit des Hanseatischen Bundes hatte das deut-sche Handwerk eben die Ehre, die es noch in Englandhat. Noch in dem vorigen Jahrhundert ließen es sichdie Vornehmsten einer Stadt gefalle-;, das Gilöerechtanzunehmen; und Gelehrte machten sich sowohl eineEhre, als eine Pflicht daraus, Gildebrüder zu werden.Die fürstlichen Räthe waren Zunftgenossen; und manhielt es für keinen Widerspruch wie jetzt, zugleich eii;'guter Bürger und ein guter Canzler zu seyn. Es istein falscher Grundsatz gewesen, der hier eine Trennunggemacht hat. Sehr viele Streitigkeiten und unnöthigeBefreyungen würden ein Ende haben, wenn ste nie er-folgt