Z2 Reicher Leute Kinder
deswegen den Titel eines Amtsmeisters hätte gebenwollen, würde ihrer Ungnade nicht entgangen seyn.Der Minister eines gewissen Herrn war ein Lederfabri-kant; aber kein Lohgerber. Nach dem Plan der neuenist es besser, daß alle Bürget Gesellen, und die CaM-rnerräthe Meister seyn. Und die weitere Verachtungdes Handwerks führet gerades Weges zu dieser türkisschen Einrichtung.
Diesem Uebel kann nicht vorgebeugt werdest, öderreiche Leute müssen Handwerker werben. Da der Gold-rind Silberfabrikant, der Hut - und Strumpffabriqueran vielen Orten in Pallästen wohnet, und alle der Vor-züge genießet, welche Erfahrung, Klugheit, Auffüh-rung und Reichthum gewähren kaun: Warum sollteein Meister Hutmacher und ein Meister Strumpfwirker,wenn er es so hoch als jene bringt, nicht eben das An-sehen erlangen können? Die Meisterschaft ist gewißkeine Unehre. Der Czar Peter der Große diente alsJunge und Geselle, und ward Schiffs-Zimmermcister.Der Krieg ward ehedem Zunftmäßig erlernt. Einermußte als Junge und Knappe gedient haben, ehe erRitter oder Meister werden konnte. Die Zunftgerech-len Krieger haben sich zuerst von dem gemeinen Land-krieger unterschiede», und das ist der erste Ursprungdes Dienstadels gewesen. Noch jetzt ist im Militair-stande ein Schatten dieser Verfassung übrig. Einermuß erst als Gemeiner gedient haben, ehe er von Rechts-wegen zum Grade eines Officiers gelangen kann. Un-ter den Gemeinen finden sich oft sehr schlechte Leute,und man ist in neuern Zeiten, wo jeder gesunde Kerlwillkommen ist, minder aufmerksam auf die Ehre derRecruten. Allein es ist darum kein Schimpf, als Ge-meiner gedienet zu haben, ob Man gleich wegen des letz-tem Umstandes schon anfängt, den Recruten aus fürst-lichem