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für die Landleute.
rubele an denselben völlig, und der Fiskus selbst konntenichts. Bessere thun, als mitmachen. Man findet alteStadtvrbnungen, worin an zwei Tagen des Jahrs alleArten von Glücksspielen erlaubet wurden; die Obrig,keit duldete die Fastnachtszechen und Mummereten bisin die Kirchen, und sorgte blos dafür, daß die umbändigen Menschen kein Unglück anfingen; die Ueber,Maaße selbst wehret« sie keinem. Man erinnert sichder Saturnalien wie der Narrenfeste ; man weiß, waszur Carnevalszeit in und außer den Klöstern erlaubtwar, und man sieht, ohne ein Montesquieu zuseyn, daß aller Welt Obrigkeit, den Patriarchen zuConstantinopel nicht ausgeschlossen *), den Grundsatzangenommen hatte r die Thorheit muß wenigstens einMal im Jahre ausgähren, damit sie das Faß nichtsprenge.
Eben dieser Grundsatz herrschte in andern Theilenbet unsern Vorfahren. Bet gewissen seltnen feierlichenGelegenheiten zeigten sie sich in verschwenderischer Pracht,wenn sie täglich in einem schlichten Wamse gingen.Wenn sie mit einander haderten,-so schonten sie sowenig ihrer Lunge als ihrer Fäuste; und wenn sie sichsreueten, so wollten sie bersten vor Lachen. Damitschonten sie ihre Feierkleider, und entwehrten sich desschwindsüchtigen Grams, und der Gefahr, von einerplötzlichen Freude zu sterben. Wir hingegen opfernder Mode durch tägliche kleine Ausgaben unser bestesVermögen auf, verfolgen unsre Feinde mit der artig,sten Manier, und schwindeln bei allen plötzlichenZufällen.
Jedoch Scherz bei Seite! wenn ich Policey,Com,missarius wäre, die Leute sollten mir zu gewissen Zei,
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*) Leliren liisr. x. 6zg.
Mösers patr. Phantas lV. Th C