Z2 Etwas zur Policey der Freuden
Abends ihr Kännchen trinken: anstatt daß die vorma-lige Ausgelassenheit zu gewissen Iahrszeiten einemDonnerwetter mit Schloßen glich, was zwar da, wo 'es hinfallt, Schaden thut, im Ganzen aber dieFruchtbarkeit vermehret. — Dagegen aber wurdeich auch die täglichen Säufer, «kenn sie sich auchnicht völlig berauschten, ohne Barmherzigkeif insZuchthaus schicken.
Mit allem ihren Lehrest und Predigen haben esdie Moralisten endlich so weit gebracht: daß die Leute,welche vorhin des Jahrs einen Anker, aber an einemTage herunterzechten, sich jetzt täglich mit einem ge-ringern Maaße, aber des Jahres nicht mit einemStückfasse begnügen; und hier möchte ich wohl einMal fragen: Ob wir bei diesem Tausche gewonnenoder verloren haben? Als Policey - Commissarius sageich: Nein. So viele Freuden uns auch der Schöpfergiebt, und so gern er es sehen muß, daß wir siemit Dank und Mäßigung genießen: so offenbar findeich, daß die Leute bei dem mäßigen Genießen zuGrunde gehen, die vorhin des Jahrs nur ein öderzwei Mal Kopfweh zu erleiden hatten; ich finde, daßes für die Policey leichter sey, einmal des Jahrs An-stalten gegen einen wilden Ochsen zu machen, alstäglich die Kälber zu hüten.
Bei allem dem aber ist es doch"auch hier zu ver-wundern , daß die Freuden und Ergötznngen unsererVorfahren policeymäßiger gewesen sind, alschie unsri-gen. In der ganzen bekannten Welt sind von denältesten Zeiten her gewisse Tage dem Menschen derge-stalt frei gegeben worden, daß er darin vornehmenkonnte was er wollte, in so fern er nur keinen Klä-ger gegen sich erweckte. Bas Amt der Obrigkeit,
rührte