an eine junge Empfindsame. 5z
menschlichen Handlungen weiter nachgedacht hatte,daß es nicht anders seyn könnte. Ich wandte auchweine Thätigkeit, die vielleicht mit der Zeit auf derRasenbaNk Langeweile gefunden haben würde, auf diezu meinem Berufe gehörigen häuslichen Geschaffte;und wann wir dann beide uns tapfer getummelt hat-ten, und uns am Abend einander erzählen konnten,was er auf dem Felde und ich im Hause oder imGarten gemacht hatte: so waren wir oft froher undvergnügter, als aste liebevollen Seelen m der Welt.Und was das Glücklichste dabei ist: so hat diesesVergnügen uns auch nach unserm dreißigjährigenEhestaiide nicht verlassen. Wir sprechen noch eben solebhaft von unserm Hauswesen, als wir immer gethanhaben; ich habe meines Mannes Geschmack kennengelernt, und erzähle ihm sowohl aus politischen alsgelehrten Zeitungen, was ihm behagt; ich verschreibeihm das Buch, und lege es ihm gebunden hin, waser lesen soll; ich führe die Correspondenz mit unsernverheuratheten Kindern, und erfreue ihn oft mit gu-ten Nachrichten von ihnen und unsern kleinen Enkeln.Was zu seinem Rechnungswesen gehört, verstehe ichso gut, als er, und erleichtere ihm dasselbe damit,daß ich ihm alle Belege vorn ganzen Jahre, die durchmeine Hände gehen, zur Hand und Ordnung halte;zur Noth mache ich auch einen Bericht-an die Hoch-preisliche Cammer, und meine Hand paradirt so gutin unserm Cassenbuche, als die seinige: wir sind qneinerlei Ordnung gewöhnt, kennen den Geist unsererGeschäffte und Pflichten, und haben-in unsern Un-ternehmungen einerlei Vorsicht und einerlei Regeln.
Dieses würde aber wahrlich der Erfolg nie ge-wesen seyn, wenn wir im Ehestände, so wie vorhin,die Rolle der zärtlich Liebenden gespielt, und unsre
Thätig-