Verdienten j!« die Krone oder nicht? 79
seinem Dorf« nach Ostindien gegangen, und mit Hin,terlassung eines Vermögens von vielen Tonnen Goldesgestorben wäre; dieser hakte das Testament, was ihm hiebetin Abschrift zukäme, gemacht, ur.d darin eine Person zurErbin eingesetzt, welche damals in seinem Gerichtsdorfegewesen wäre; er möchte sich also erkundigen, ob die,selbe jetzt noch lebte, und sodann jemand mit ihrerVollmacht überschicken, welcher die Erbschaft, worinaußer dem baaren Gelde, viele kostbare Diamanten,und insbesondere eine Schnur orientalischer Perlen vonsolcher Schönheit waren, daß eine Kaiserin sich nichtschämen dürste, sie zu tragen, in Empfang nähme.Sie können sich vorstellen, wie begierig jedermannward, das Testament zu hören, und die Person zukennen, die so viele Tonnen Goldes, so kostbare Dia-manten, und so schöne Perlen haben sollte. Der Ge,richtsherr überging demnach alles, was der Verstorbenevon dem großen Segen Gottes, und von dem einzigenErlöser und Scllgmachrr, welchem er seine Seele empfohl, gesagt hatte, und suchte nur gleich die Stelleauf, wo nach diesem gewöhnlichen Eingänge die glück,liche Erbin benannt wurde. Hierauf fing er mit lau,ter Stimme an zu lesen:
Zur Erbin aller meiner zeitlichen Güter setze ichein, meines ehemaligen guten Wirths Tochter,Anna Catharina Unruhe, welche ich bei meiner Abreise schwanger hinterlassen, und das Kind von ihremLeibe geboren, wenn es der liebe Gott . . .weiter konnte er vor dem Lärm der Leute nicht lesen;jedermann erkannte in der Anna Cakharine Unruhe dieFrau, welche ihrer aller Vermuthung nach als die besteEhefrau an dem Tage die Krone erhalten würde, undalle waren ganz ausschweifend froh, daß eine so großeErbschaft ins Dorf kommen sollte. Die gnädige Frau
vvm