8» Verdienten sie die Krone oder nicht?
den, aber ihm ward befohlen, anstatt der Erbschaft,den Ausspruch zum Prvtocvll zu nehmen, und die Ee-richtsfrau setzte darauf der besten Frau die Krone auf, sowie es der Gerichtsherr dem besten Manne that......
Das hatte ich nicht gethan, antwortete ich, undwenn auch . . . O erwiederte der Mann, wenn sie inder Versammlung gewesen waren, und die Anna Ca-rharine Unruhe in ihrem ehrwürdigen Aller, und ihrenMan» in seinen grauen Haaren gesehen; wenn sie aufden Physiognomien aller Anwesenden nur eine Stimmefür sie gelesen hätten; wenn ihnen der Pfarrer selbstgesagt hatte, sie möchten sich kein Bedenken machen;und wenn das Essen tmmiktelst aufgetragen gewesenwäre: o sie hatten es wahrlich nicht kalt werdenlassen. Ich ging fort, ohne weiter zu antworten.Aber was das für eine Philosophie ist, einen gut-willig Hahnrei, und eine Hure als die besten Eheleutezu krönen! Und doch mag sich der Fall oft genug zutra-gen; die Menschen im gemeinen Leben haben eine ganzandre Praktik, als wir Physiologen. Sie lassen demlieben Gott das Herz richten, und geben demjenigendie Krone, von dem sie das mehrste Gute empfangen.Sie sind minder ekel wie wir feinen Moralisten, obsie aber dabei gewinnen oder verlieren, und ob dieserGewinnst oder Verlust sich in das Urtheil mischen dürfe,das ist eine andre Frage. Ich denke, wenn wir wiesie, und sie wie wir handelten: so. hätten wir beideUnrecht; und so mögen wir umgekehrt auch wohl beideRecht haben. Aber es mag ein Problem bleiben.
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