Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
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Der Solllcktant.

S9

der Geck bezieht sich auf meine Freundschaft in demAugenblick, da er mich zum Besten hat-

Ernst. Der Cammerrath Patz ist diese Nachtvon einer schweren Krankheit befallen.

Arist. Der Cammerrath Patz? (vor sich). Nunsehe mir einer die Winkeizüge an! Der Cammerrathist diese Nacht krank geworden, und der Mann, derseine Stelle wieder haben will, kömmt diesen Morgenvon ungefähr zu mir, um ein Mal zu fthen> wie ichmich befinde!

Erast. Ja, und der Arzt hat mir im Vertrauengesagt, daß er bei seinem hohen Alter nicht wiederaufkommen werde.

Arist. Es war ein würdiger braver Mann undmein Freund, den der Fürst sehr ungern verlieren undlange missen wird.

Erast. Und seine Stelle ist es, wozu ich michdem Minister gern empfehlen und von Ihnen empfoh-len sehen möchte.

Arist. Von mir? wahrhaftig nicht. Sie ken-nen meine Art zu denken, und wissen, wie sehr ichdie Offenherzigkeit liebe. Hatten Sie mir gleich gesagt,daß dieses die Absicht ihres heutigen Besuches wäre:so würde ich Sie so fort hinaus begleitet, und meinBestes für Sie gethan haben, aber so nicht.

Erast. . Aber so nicht? Das ist freilich sehroffenherzig, aber auch nicht ein bischen freundschaftlich.

Ar ist. Wer mein Freund seyn will, muß wahrseyn, und Wahrheit vertragen können. ,

Erast. Gut, mein Freund! Sie sind offenher-zig , ich auch. Ich wollte Sie mit meinem Anliegennicht überraschen, ich ließ ihnen Zeit, einige Vermu-thungen über meinen unvermmheten Besuch anzustellen,Sie konnten sich auf etwas gefaßt machen, und wenn

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