Die Artikel und Punkte. , 127
cesses, so wie zur Aufklärung der Wahrheit, wennman einen beschuldigten Mann selbst vorfordern — ihnsogleich über alle Umstände zur Rede stellen — mitschlauenFragen, worauf er sich nicht vorbereitet hätte,fangen^-und wo er gestottert, wo er die Farbe ver-ändert, oder an seinem ganzen Körper gezittert hatte,nach dem Begriffe, den man sich-hievon machte, zumProtokoll bemerken könnte.
Allein der andre ließ ihm keine Zeit. Herr Rich-ter, sagte er ihm, ich weiß das alles; Sie wissen aberauch, daß eine Special-Inquisition, worin jemandsofort vorgefordert, über Punkte oder Artikelvernommen, und entweder durch Fragen gefangen,oder nach seiner Farbe ^ beurtheilet werden soll,zu allen Zeiten für ehrenrührig gehalten worden.Der Richter setzt dabei schon voraus, daß man derMann sey, der durch Fragen gefangen, und nach sei-nem Verhalten beurtheilet werden müßte; oder um indem Style der peinlichen Halsgerichtsordnnng zu blei-ben, daß man ein Kerl sey, zu dem man sich einesVerbrechens wohl versehen könne; er setzet voraus,daß man sich mit Unwahrheiten oder schlechten Aus-flüchten behelfen werde, — dieses will er durch plötz-liche Fragen, worauf man nicht vorbereitet ist, ver-hindern; er setzt endlich voraus, daß man wirklich,wo nicht des Verbrechens schuldig, doch wenigstensschon strafbar sey. Denn da ein ehrlicher Mann währrend der Inquisition sein Ehrenwort nicht geben, keinZeugniß ablegen, seinen Dienst nicht verrichten, undsein Gehalt nicht verdienen kann, wie fast alle Juri-sten ohne Unterschied behaupten: so wird er offenbar«hender gestraft, als er verurtheilet ist. And wennman gleich durch den Unterscheid zwischen Punkteund Artikel, diesen Folgen vorznbeugen gesucht. hat: