Etwas zur Verbesserung der Zuchthäuser. 147
Ebenbild Gottes wohl an, den Galgen hangen, abernicht seiner Augen berauben. Allein ob wir wohl daran gethan haben, und ob es nicht den großem Ein»druck machen würde, wenn noch jetzt Uebelrhäter ge-blendet, und zum Radlaufsn verkaufet würden — isteine andre Frage. Zum Nadlaufen findet sich überallGelegenheit, und unsre Glandern, welche jetzt ein Pferdkostbarlich zieht, könnten weit wohlfeiler mit einemRade, worin ein solcher Geblendeter laufen müßte,getrieben werden. Er kann seinem Herrn nicht entlau-fen, und alle Mal leicht von ihm gezüchtiget werden.
Das Verkaufen der Uebelthäler, die es verdienthatten, war auch gar keine üble Straft, und manthut es noch in verschiedenen Seehäfen, wo man Ge-legenheit hak, solche weit fortschicken zu können. EinMensch, der mit oder ohne Brandmark des Landes ver-wiesen wird, kann sich noch in alle vier Theile derWelt wenden, und sein Glück von neuem versuchen.Dieses kann der Verkaufte sogleich nicht, und es istimmer ein Grad der Sicherheit mehr dabei, als betder bloßen Landesverweisung, womit man doch, ehe undbevor Zuchthäuser Mode waren, vieles bezwingen mußte.Was kann uns also hindern, den Verkauf wieder ein-zuführen? Die Reichsgesetze nicht, diese verbieten nurdas Verkaufen eines Christen an die Ungläubigen; dieUnsicherheit auch nicht, da sie nicht so groß ist, alsbei der sonst üblichen Landesverwei,ung; und wieder-kehren darf der Verkaufte nicht, weil der Verkaufdie Landesverweisung in sich begreift. Geschähe derVerkauf solcher Ucbelthäter endlich an einen Nach»baren: so würde auch dieser ihnen auf den Fall,da dergleichen Sclaven die Flucht ergriffen, keineWohnung auf der Gränze geben. Der Verkaufte würdeaber immer mit dem glühenden Eisen gestempelt, und
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