Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
Entstehung
JPEG-Download
 

von den Westfälischen Frekgerichten. 20 L

was in der heimlichen Acht vorgegangen war. Nurdann, wenn er fragte

„I st N. N. verurtheilt" so konnten sie ihmmit Ja oder Nein antworten: wenn er aber fragte„wer ist in der heimlichen Acht verur-theilt" durften sie ihm keinen mir Namen nennen;wie man solches aus den Antworten sieht, welche dieFreigrafen dem Kaiser Ruprecht im Jahr i4«4 er-theilten *).

Der Kaiser oder sein Bevollmächtigter, der Her-zog, konnte nirgends Freischöpfen machen, als auf derrothen Erden, das ist in Westphalen, an einemfreien Stuhle, unter dem Beistande von drei odervier andern Freischöpfen, als Zeugen. Auch hierinwaren sie den Freimaurern ähnlich, und wenn mansich jeden Stuhl als eine Loge, und den oberstenSiuhlherrn als Großmeister aller westphälischen Lo-gen denkt: so wird die Aehnlichkeit noch scheinbarer.Was aber für ein mystischer Sinn unter der rothenErde verborgen liege, und warum Westphalen dierothe Erde genannt werde, ist noch zu untersuchen;vielleicht zielte man auf die Farbe des Feldes imherzoglich sächsische» Schilde. Der König Wenzelhatte Freischöpfen außerhalb Westphalen gemacht,und als der Kaiser Ruprecht fragte, wie sich echteFreischöpfen gegen dieselben verhielten, so war dieAntwort: man hängt sie von Stund anohne Gnade.

Der Kaiser allein ünd kein andrer Fürst konnteeinem, der in der heimlichen Acht verurtheilet war,ein freies Geleit ertheilen; eben dieses hatte auchCarl der Große sich in den sächsischen Capitularienvorbehalten. Doch, antworteten die Schöpfen, ziemte

es

äx. Da« ö« x<reo xublier p, 777.