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Eine kurze Nachricht
habenden Ladungen an die Pforten hefteten. Wardieses drei Mal geschehen, und der Beklagte erschiennicht: so ward er in der heimlichen Acht verdammt,und um der Vollstreckung des Urtheils vorzubeugen,noch ein Mal vorbeschieden; sodann aber, wenn ernochmals ausblieb, verfehmt, oder vor jedem Frei-schöpfen gleichsam vogelfrei erklärt, und das unsicht-bare Heer der Schöpfen verfolgte ihn bis zum Tode.Wenn ein Schöpfe sich zu schwach fühlte, den Ver-urtheilten zu greifen und zu hängen, so mußte er ihnso lange verfolgen, bis er mehrere Freischöpfen an-traf, die ihm die hülfliche Hand leisteten; und diesewaren auf das ihnen gemachte heimliche Zeichen ohneWiderrede dazu verbunden. Sie hingen dann denUnglücklichen mit der Weide an einen Baum auf derLandstraße, nicht aber an einen Galgen : um damitanzuzeigen, daß sie ein freies kaiserliches Richteramkdurch das ganze Reich hätten, welches an keine herr-schaftliche Gerichtstätte gebunden wäre. Widersetzteer sich so, daß sie ihn niederstoßen mußten: so ban-den sie den Körper an den Baum, und steckten ihrMesser dabei, zum Zeichen, daß er nicht ermordet,sondern von einem Freischöpfen gerichtet wäre.
Das tiefste Geheimniß deckte alle ihre Handlun-gen , und man weiß bis diese Stunde noch nicht *),was sie für eine Losung gehabt, woran sich die Wis-senden, so nannten sich die Freischöpfen, einandererkannt haben; uyd noch weniger ihre ganze Einrich-tung. Selbst dem Kaiser, ohnerachtet er der obersteStuhlherr war, durften sie dasjenige nicht entdecken,
was
*) Die vier Buchstabe» 8 8. S. 6. welche man insgemeinso auslegt „Stock, Stein, Traß, Grein" standen in ei-nem Protokoll, was man zu Herford gefunden hat- S-
1. o. p. ggo.