Mehrbändiges Buch 
Patriotische Phantasien / von Justus Mösre ; Herausgegeben von seiner Tochter J. W. J. v. Voigt, geb. Möser
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2Zg Das Herkommen in AnsehungderAbsteuer

Die Behandlung dieses Brautschatzes geschahe —Wie man hieraus ersieht — zwischen den nächsten Ver-wandten und Freunden beider Theile; und was diesebeschlossen oder festsetzten, damit waren Braut undBräutigam, für welche sich diese Behandlung ohnehinnicht wvhi schickte, zufrieden*).

Man sah bei derselben nicht schlechterdings aufdas Vermögen, oder die künftige Erbschaft der Braut -Ältern, sondern auf einen unter dem Adel landsittlichenGebrauch; nach welchem es der Beste dem Besten, undder Mittlere dem Mittleren in diesem Ehrenfalle gleichthun mußte. Jedoch hielt es auch der Beste für unan-ständig, hierin zu viel zu thun, und andern gutenFamilien gleichsam einen Vorwurf zuzuziehen, wie sol,ches von dem reichsten Edelmanne der damaligenZeit**) bemerkt ist. ...

So war auch der Gebrauch bei allen hofgesessenenLandleuten***), als welche ihre Töchter nach Kirch,spiclsfltte, und nicht nach ihiem Vermögen aussteureten;ein Gebrauch, der noch bestehen würde, wenn ihn dierömischen Begriffe, und die daraus geflossenen Verord-nungen nicht zum Nachtheil des gemeinen Wesensunterbrochen, und die falschen Grundsätze begünstigethätten, nach welchen die Absteuren sich nach dem Ver,mögen der Ältern richten sollen.

Von Testamenten wußte man, wie die Zeugenvielfältig beurkunden st-), in den ältern Zeiten so wc,nig, ^als bei den alten Deutschen; blos die Geistli-chen,-j-r), welchen die Natur keine Erben erweckte, fin-gen zuerst an, dergleichen zu machen. Und so waren^ die

*) Dsrtis »7. «ä Xrt. prob. 2Z,

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