, 296 . Der Capitularsoldat.
schwitzt, immer mehr und mehr gewinnen muß: oderdie Capitularen, besonders die Domcapttularen, wennsie von allen Kriegsdiensten ausgeschlossen bleiben, wer-den zuletzt an den großen weltlichen Höfen zu niedlichenAbd^s herabsinken, und ihre bisher gehabte Würdenicht behaupten können. Ob die Kirche hierbei gewin-nen, und ob nicht mit der Zeit ein so wesentlicherFehler in ihrer Verfassung das ganze System unter-grabe», mithin in der Folge den Weltgeistlichen ebenden Haß zuziehen werde, welchen sich die Mönche durchihre politische Unthätigkeit zugezogen haben: überlasseich andern zu beurtheilen. Aber offenbar erfordert esdas allgemeine Wohl des Staats, und das eigene In-teresse der Kirche, daß hierin eine Reformation vvrge-,nommen werde; und- ich sehe nich/ ab, was unsernKaiserabhalten solle, solche von dem Oberhaupte der Kirchezu verlangen, oder was den Papst bewegen könnte,diese zu verweigern: da -die Nothdurft der Kirche unddas Bedürfniß der Zeit sie gleich laut fordern. DieKirche darf nicht nach Blut dürsten: das weiß ich,und das verehre ich als eine wesentliche Christenpflicht.-Aber daß sie nicht Blut vergießen dürfe, wenn eigeneRettung, die Rettung des Staats und der Heerde sol,ches von ihr erfordert, das ist die Lehre des Mieth-lings , der anstatt den Wolf zu tödten, ihm die Heerdepreis gibt. Daher auch schonClemens V. jeden Geist-lichen von aller Irregularität frei sprach, wenn erBlut zu seiner Rettung vergossen hatte.
Wenn ich alle die Bruchstücke, wilche in den Con-cilien und Decretalen darüber vorhanden find, daß dieGeistlichen sich nicht in Kriegsdienste einlassen sollen,zusammen und in Ordnung stelle: so kömmt am Endenichts weiter als dieser Sinn heraus „das diejenigen,so der Kirche am Altar dienen, nicht gezwungen
werden