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sein Opfer. Aber Cain und sein Opfer sah er nicht gnädig-lich an. Abel, hieß es, ward ein Schäfer, er begnügte sichmit dem, was Gott und die Erde ihm willig gaben, mit denvon selbst wachsenden Früchten und Kräutern, und mit demErtrag der Heerde. Cain aber ward ein Ackersmann, er beugtesich unter dem Fluch Gottes, im Schweiß sollst Du Dein Brodessen. Aber mit seinen selbsterrungenen Früchten brachte Cainkein demüthig Herz: das erkennt nicht, wie Gott allein giebtdas Gedeihn. Und das hochmüthige Herz bestand nicht in derPrüfung beim Opfer. Denn Cain' ergrimmete sehr und seineGeberden verstellten sich. Da sprach der Herr zu Cain: warumergrimmst Du, und warum verstellen sich deine Geberden? Istes nicht also? Wenn du sromm bist, so bist du angenehm;bist du aber nicht fromm, so ruhet die Sünde vor der Thür.Aber laß du ihr nicht ihren Willen, sondern herrsche über sie.„Da redete (B. 8) Cain mit seinem Bruder Abel." Wiewarnt doch der Herr hier selbst und wie uns noch immer! UndCain ging noch in sich, bereuete es, und redete mit seinemBruder. Doch ach! die Sünde ruhet vor der Thür; (V. 8).„Und es begab sich da sie auf dem Felde waren erhob sichCain gegen seinen Bruder, und schlug ihn todt. Da sprachder Herr zu Cain: wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: ichweiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?" — Hier istalles ein Trotz des Menschen gegen Gott! „Er aber sprach:(95. 10) was hast du gethan? Die Stimme deines BrudersBluts schreiet zu mir von der Erde. Und nun verflucht seiestdu auf der Erde, die ihr Maul aufgethan hat und deinesBruders Blut von deinen Händen empfangen." Der Mensch,der Herr der ganzen Erde macht diese auch durch seine Sündemitschuldig, und größer wird auch ihr Fluch: nicht bloß Distel,Dorn und Unkraut soll die Erde hervorbringen, auch desMenschen Arbeit unwillig nicht belohnen, weil er sie ihresHerrn. Blut trinken lassen. Empörung des Menschen gegenGottes Gebot zeugt weiter Empörung der Natur gegen denMenschen.
(95. 12). Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dirfort sein Vermögen nicht geben. Unstät und flüchtig sollst dusein aus' Erden. Cain aber sprach zu dem Herrn: „Meine