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Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben werde." Vomersten Trotz versinkt Cain in Verzagtheit; nur keine Reue, undnicht daß der Mensch die Gnade in der Verheißung ersaßt.Und Cain spricht weiter (V. 14): „So wird mir's gehen, daßmich todt schlage, der mich findet. Aber der Herr sprach zuihm: nein, sondern wer Cain todtschlägt soll siebenfältig ge-rochen werden. Und der Herr machte ein Zeichen an Cain."Auch in seiner Sünde sollte noch das Abbild Gottes im Men-schen geehrt bleiben, und die Zeit zur Reue ward gegeben.(V. 16). Also ging Cain von dem Angesichte des Herrn, undwohnte im Lande Nod (Flucht) jenseit Eden, gegen Morgen.Cain wandte sich ab von Gott.
Drittes Kapitel.
Die Kinder der Menschen vor der Sündsluth.
Das innere, über alle Zeiten hinaus zu Gott gerichteteLeben, wird von dem äußern, in der Zeit und Lust der Erdenbefangenen, Leben übertäubt. Der Mensch, das Abbild Gottes,sank nun allmählig von seiner Höhe herab; doch die aner-schaffene, wenn schon ermattende Kraft wirkte noch Großes,nur diente sie mehr und mehr der Fleisches- und Augenlust,und der Hoffahrt, nicht dem göttlichen Wesen. Darum nenntdie Bibel Cains Nachkommen Menschenkinder. — Die Bibelsagt, nach AuMhrung jedes Erstgebornen: und sie zeugtenSöhne und Töchter, daß sich die Menschen bald mehrten.Dies veranlaßte Cain schon, um einen Sammelplatz der zer-streueten Nachkommen zu behalten, eine Stadt zu erbauen, dieer nach seinem Erstgebornen Hanoch nennt. Es läßt sich hierauch an die Furcht, welche die Sünde begleitet, denken; Cainwollte sich bergen, sich schützen.
Das Geschlecht Cain's pflanzte sich in diesen erstgebornenNachkommen fort:
Hanoch,
Jrad,
Mahujael,
Methusael,
Lamech, der zwei Weiber nahm. Hier ist eine weitereAuflösung des Gottes-Gebots, woraus denn auch ein neuer