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Wenn schon die Apostelgeschichte und die Episteln daraushinweisen, daß die Apostel, wie es der Herr geboten, zu allenVölkern das Evangelium gebracht haben, daß es ein Sauerteigdaselbst würde, so ließen sich nicht alle Völker davon durch-dringen, es ging sür manche fast ganz verloren, wie in Ostasien.Dagegen waren Juden, Griechen und Römer, an der Krippedes Herrn stehend, die herrlichsten Glieder des Leibes, woChristus das Haupt ist. Die Völker wurden allmählig Christen,indem sie in die Fülle des Evangeliums eindrangeu, darumgegen alle Irrlehren rangen, bis sie sich dessen innerlich vollbewußt wurden.
Die Gemeinschaft des neuen Menschen in dem Herrn gabsich kund,.zum Vorbilde aller Zeiten, in jener Kraft, wie diesder Herr fordert, wenn er spricht: wer nicht um meinet Willenverläßt Vater und Mutter k. Unter Marter und Tod wuchsdie Menge der Gläubigen, und die entsetzlichen Verfolgungender Christen unter den Kaisern Nero, Trajan, Marc Aurel,Septimis Severus, Decius, Diocletian dienten die sündlich-schwachen Menschen in der Macht der Gemeinschaft mit Christozu heiligen, daß sie über Qual und Tod freudig siegend voraller Augen standen. Die Kirche wuchs in dem Märtyrerthumeempor. Alle Apostel folgten frohen Muths ihrem Herrn inLeiden und Sterben, und wollte der Herr es anders bei demhundertjährigen Jünger Johannes, weil es ungewiß ob aucher zu Tode gequält ist, so offenbarte sich an ihm, wie die Liebedas Leben ist.
Den Weg der Apostel wandelten auch ihre Schüler, dieapostolischen Väter genannt, ein Jgnatius, Bischof zu Antiochia,welcher die Herzen der Gläubigen durch Lehre und Schrift mitLicht und Trost erfüllte, hingerichtet 116 u. Chr. unter Tra-jan, ein Justinus, der in großem Wissen demüthige Märtyrerunter Marc Aurel, ein Policarp Bischof zu Smyrna,- der inniggeliebte, standhafte Greis, verbrannt, auch unter Marc Aurel,alle in dem Segen eines hohen Alters, und in treu bestehen-dem Märtyrerthum ihrem Herrn in seiner Herrlichkeit sieghaftfolgend. Es.war dies, die Schande des Heidenthums rechtaufzudecken, unter denjenigen römischen Kaisern, welche bei denHeiden als die edelsten gelten, doch die den Christen gegenüber