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christliche Lehre, im griechisch-morgenländischen Geiste, für alleZeiten von der Menschenseele verarbeitet ward. Hier war auchfür länger als 1000 Jahre eine Vormauer, erst gegen diemorgenländischen Ketzereien, später gegen den Unglauben desIslam ausgerichtet.
Erst am Ende seines Lebens ließ stch Constantin vonAthanasius taufen, trug aber nun nie mehr den kaiserlichenPurpur, sondern nur sein weißes Taufgewand. Ihn nennt dieNachwelt den Großen!
Viel zahlreicher ward jetzt die Menge des Volkes durchdie Taufe in die Zucht des heiligen Geistes - ausgenommen.Hörte nun mehr und mehr das äußerliche Sträuben gegenChristum im römischen gleiche auf, so begann der Mensch deninneren Kamps, der eben als ein innerer, inet' heftiger war.als der um den Empfang der Taufe, es war ein Kampf gegendas Ziehen des heiligen Geistes. Die Fragen, welche bestrittenwurden, darf man auch nicht leerer Zanksucht beimessen, derstündliche Mensch muß da hindurch wenn er nicht aus Gnadeneinfältiglich zum Glauben gelangt. Wenn es damals nichtausgesochten wäre, so hätte es unsere Zeit noch auszufechtengehabt. Darum danken wir jener Zeit und beurtheilen sie alseine solche, die ein nothwendiges Werk vollendet hat, wovonwir die Segensfrucht genießen können, und deshalb wollen wirdieselbe nicht ausgeben und von Neuem anfange». Viele herr-liche Kräfte erstanden in jenem Kampfe. Erscheint die politi-sche Geschichte dieser Zeit leer und wüst, so erachten wir, daßder Theil des Menschengeschlechts, welcher der Träger der welt-geschichtlichen Begebenheiten war, ein ihm viel wichtigeresStreben erkannte, als sich davon für äußere Dinge loszureißen.Alle für oder wider Christum.
Zwei weitreichende Entwickelungen schritten nun in demRömerreiche gleichzeitig fort. Einmal überwand die wieder-geborene Menschheit im bekennenden und die Fülle des Evan-geliums durchdringenden Glauben, die Widersprüche der Sündegegen das Evangelium, für alle Zeiten. Nicht neue Irrlehrentreten auf, die alten tauchen nur wieder in anderer Weise auf.Dann empfingen, wie alle Völker, recht besonders die germa-