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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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die Pyrenäen ausbreitete, hinzu ein burgundisches, ein ostgo-thisches, am blühendsten unter dem Arianer Theoderich, st 525n. Chr. Dem Arianer ward bei allen hohen Anlagen seinIrrglauben verderblich, und blieb er deshalb vereinzelt und beiallen Siegen doch nichts befestigend. Das Nibelungenlied,welches den Theoderich als Ditrich von Bern so erhöht, ist dochnur eine Klage über ein im Irrglauben verfehltes Dasein, vondem außer diesem Liede nichts der deutschen Nachwelt hinter-lassen wurde. Dagegen hals der wahre Glaube, den der FrankeKlodwig nach seinem Siege über die Allemannen bei Zülpich,496 n. Chr. annahm, seine Herrschaft befestigen, Rom mit demPapst und Ostrom waren für ihn. Das ostgothische Reich' inItalien fiel vor dem oströmischen Kaiser Justinian, durch dessenHelden Belisar und Narses. Auch durch diese fiel das Van-dalenreich in Afrika. Die oströmische Macht loderte nochmalsaus, um noch Manches zu retten, ehe ein großer Sturz heran-rückte. Der Herr wollte, wie an Sodom, Gericht halten überdie Frevler an seiner Offenbarung. Da brachte Justinian dieLehrstreitigkeit über Christi Natur und Willen zum Siege, undda heiligte er den weltlichen Schatz des römischen Rechts inseiner Gesetzsammlung durch das Glaubensbekenntniß im Ein-gänge. Papst Gregor der Große, st 604 n. Chr., konnte nuneinen Markstein setzen durch die Stellung, worin er das Papst-thum in angemessener Richtung vollendete.

Es rundeten sich die ersten 6 Jahrhunderte der christlichenZeit erkennbar zu einem Ganzen ab. Darin hatten die Apostelschon das Evangelium allen Völkern verkündigt, und nun hattenzeither alle Völker, wie es ihnen die drei Weisen des Morgen-landes bei Christi Geburt vorbildlich darstellten, zur KrippeChristi sich hingedrängt, mehr zu empfangen, als blos denStern zu sehen. Schon waren tief in Aethiopien Glieder derKirche, die Hunnen nach Hoch-China nahmen doch irgend etwaszurück; in Indien spricht man von Thomaschristen. Eine, fastnie ähnliche. Fülle begabter Seelen zeigt diese Zeit, welche allearbeiten in schönster Hingebung, mit reichster Einbildungskraft,innigstem Gemüth und schärfstem Verstände, ja mit ganzer Le-benskraft, worein die Creatur (Römerbrief) sich nach der Frei-heit der Kinder Gottes sehnt, um durch das Evangelium die