die Welt giebt. Es scheidet sich hier eine alte nnd eine neueWelt innerhalb der Christenheit; in jener verstockten sich dieRömischen, in dieser gelangten die Calvinisten zur Herrschaft.Wo die, Welt herrscht, ist Befeindung und Krieg. Der Kriegbrach nicht immer offen aus, da die heimliche Anfeindung schlauihr Ziel zu erreichen meinte, sie täuschte, durch die sogenanntenCryptocglvinisten, selbst den gewissenhaften Kurfürsten Augustvon Sachsen, wofür zwar die Verführer hart büßten.
In Frankreich, wo die Calvinisten mächtig geworden,will man vergeblich die Religionskriege, die von Heinrichs II.Tode bis Ende des Jahrhunderts mit entsetzlicher Wuth dau-erten, dem Volkscharakter beimessen, dem das Thätigsein solchesBedürfniß ist, daß es auch ohne Noth dazu verführe. Magdies wahr sein, so wird es nur bestärkt durch eine kirchlicheLehre, welche wie die Calvins, dem Menschengeiste besondereKraft bei dem'Abendmahle beimißt. Die fehlende rechte De-muth giebt nicht blos Raum einer Neigung zu Unabhängigkeit,sondern weiter zur Selbstherrschaft, wie er bei den-Calvinisten,bis zur Widersetzlichkeit gegen die Obrigkeit von Gottes Gna-den geführt hat. Anders die Lutheraner; wie sie bei derBedrängniß des Kaisers durch die Türken am willigsten Hülfeleisteten, wenn sie schon ihre Ansprüche nicht gesichert sahen, sofügten sie sich stets williger dem Oberhaupte in weltlichenDingen. In Frankreich folgten sich die drei Söhne KönigHeinrichs n., Franz II. bis 1562, Carl IX. bis 1573 und Hein-rich III. bis 1589, schwache, üppige Könige, beherrscht von dennach dem Throne lüsternen Guisen, lothringische Fürsten, vonCarl dem Großen ihre Abstammung herleitend. Siebenmalschloffen die Könige mit den Calvinisten Religionsfrieden, aberkeiner war von langer Dauer. Der Höhepunkt des Mordensist die Bluthochzeit in der Bartholomäusnacht 1572, ein ver-abredetes, überraschendes Hinschlachten taufender Calvinisten inParis und im gleiche. Aus diesen Kriegen wuchs eine Rohheitder Franzosen durch alle Stände hervor, daß die polnischenGesandten, welche Heinrich von Anjou zum Könige erbaten,weit über den französischen Adel wegglänzten. Diese greuelvolleZeit endete mit dem Aussterben der Könige aus dem HauseValois und der Thronbesteigung der Bourbons mit Heinrich IV.