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Derselbe wechselte Hiebei nochmals seinen Glauben, undward zum zweiten Male römisch. Freilich geschah es im Diensteder Welt, nicht etwa in der Ueberzeugung, daß bei allem Un-biblischen in dem römischen Bekenntnisse doch in den Lehrenvom Abendmahle, von der Taufe und anderen Glaubensdingenmehr Wahrheit enthalten sei, als bei den Calvinisten zu finden,Frankreich hat gleichwohl die Früchte des Calvinismus geerntet.Nachdem die Königin Marie von England, Heinrichs VIII.ältere Tochter, von 1552—58 nochmals den römischen Glaubenin ihr Reich zuriickgeführt und dies oft ohne ihr Wissen grau-sam bewirkt war, ordnete ihre Nachfolgerin Elisabeth, Heinrichsjüngere Tochter von 1558 bis 1603 zwar eigenwillig, dochohne blutige Gewalt eine bischöfliche Kirche, immer aber mitWycleffschen Grundsätzen. Denn wie sich diese Kirche gernlutheranisirend nennen möchte, wohl das Bedeutende dieser Be-zeichnung würdigend, so ist in den 39 Artikeln, welche 1576festgesetzt wurden, die Lehre vom Abendmahl demohngeachtetcalvinisch, also recht dem Wesen nach vom Lutherthnm verschieden.
Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig; und sohatte diese Glaubensrichtung gleich Anfangs viel weitergehendeWidersacher, die später als Nonconformisten und Jndependentenganz England überwucherten. Wie wenig wahres inneres Le-ben dieser englischen Reformation beiwohnte, bezeugt gewiß,daß sie nie das römische Irland für sich gewann, obwohl dieKirche hier nicht eben herrlich glänzte. Elisabeth regierte übri-gens znm großen Wohlstände ihres Volkes, und eigentlich inFrieden, da sie ihre Glaubensgenossen in Frankreich und denNiederlanden mehr mit Gold als Mannschaft unterstützte. DerWohlstand weckte die Dichtkunst, die im weltlichen Volksliedevon altersher einfach rührend fortgeläntet hatte. Dies Volks-lied erweiterte sich durch Sheakspeare zu wunderbar ergreifendenDramen, die doch fast oft nur ein znm Lebensganzen gewordenesLiebchen scheinen. Seine vielen dramattschen Dichtungen ent-halten eine Fülle von Seelenkenntniß, wie sie sonst kaumvorkommt, die ganze Tonleiter von der zartesten weiblichenMelodie bis zu dem Sturm des in die Hölle hinabhallendenEntsetzens, die Sprache beherrschend, wie nie ein Anderer esin England vermogte. Das Leben, ja die ganze Geschichte in