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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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wegen der Herzöge Kriegsschulden, Adel und Städte viele Frei-heiten ersäuften, welche durch die ewige Handveste Herzog Otto's1311 verbrieft wurdeu.

Es waren in Baiern viele angesehene Grafengeschlechter,welche die alte deutsche Weise unter Landrichtern und mitGemeindegerichten bewahrten gegen landesherrliche Uebergriffe.Das Aussterben oder Auskaufen dieser reichen Geschlechter ver-mehrte das Herzogsgut.

Ludwig der Strenge hinterließ von Mechtilde von Habs-burg, Rudolph und Ludwig, deren Stammreihe in Jahrhun-derte hinausreichte. Rudolf erhielt die Pfalz und half KaiserAdolph, Ludwig, der viel jüngere, wie er großjährig geworden,schloß-sich an den Oheim, Albrecht von Habsburg an. Unterden Brüdern war viel Streit, der erst recht entflammte, alsLudwig 1314 Kaiser ward. Und durch den Gegenkaiser Friedrichvon Oesterreich sich ein schwerer Krieg herauszog. Rudolphkämpfte gegen Ludwig, ward völlig überwunden, floh und ver-scholl für immer. Der Kaiser ließ seinen Bruderssöhnen diePfalz, setzte ihnen einen Vormund und schloß zu Pavia 1329mit ihnen einen Vergleich, worin sie noch die Oberpfalz erhielten,und die Chur abwechselnd mit Baiern führen sollten. KaiserLudwig erwarb die Mark Brandenburg für seinen ältesten SohnLudwig, der auch Tyrol mit dessen Erbin, Margaretha, erheira-thete; Niederbaiern fiel ihm zu, nach Abgang seiner Vettern 1340,und durch seine letzte Gemahlin Margaretha von Holland kamdiese Landschaft an seine Kinder 1345. Der Kaiser starb 1347.Wie sich die Besitzungen des bairisch-pfälzischen jHauses an-sehnlich im Südwesten Deutschlands hinstreckten, griff dasselbenun bedeutender in die Reichssachen ein, als fortan die Kaiserseine Nachbarn waren. Die Leidenschaftlichkeit und dann dieTreue Ludwigs des Strengen erbten sich fort in seinen Nach-kommen, nur daß die Eigenthümlichkeit der Landschaften, diemilde, weinreiche Pfalz und das rauhe Baiern, sich in denverschiedenen Zweigen kenntlich machten.

Die sechs Söhne Kaiser Ludwigs verloren bald das reicheErbe, geschwächt durch die Theilung. Tyrol kam 1363 nachdes Churfürsten Ludwig Tode an Oesterreich. Die reiche Ge-mahlin an sich zu reißen, war kein Segen, ihr schwächliches