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Drittes Kapitel.
Würtemberg.
Um die Zeit, wo der letzte Hohenstaufe Conradin denZug nach Italien in sein Verderben bereitete und das schonsich auslösende Herzogthum Schwaben völlig zersplitterte, datrat ein Grafengeschlecht hervor, bisher wenig genannt, aberschon durch das Marschallamt in Schwaben, das ihm Conradinübertrug, berufen, einst den Volksstamm im Herzogthum wiederzu vereinigen.
Dort wo die rauhe Alp in weitere mildere Thäler hin-absteigt, daß die Landschaft, sich ob und nid der Steige son-dert, unmittelbar an der Hauptstadt, wo der Neckar mit seinenZuflüssen zum Rhein geht und das schwäbische Rhein- undDonaugebiet sich scheidet, da erhebt sich die Burg Würtembergmit dem Hinblick auf zwei weite Thäler, und sie war derSitz jenes Grasengeschlechts, das später sich das unserne Stutt-gart zum rechten Vereinigungspunkte wählte. Die Grafenvon Würtemberg, deren Reihe nun sicher mit Ulrich mit demDaumen, starb 1265, anhebt, brachten unter drei Nachfolgern,in etwa 150 Jahren, lediglich durch Kauf, den schönsten dochansehnlichen Kern des Landes zusammen. Obschon kriegerischund immer in Fehden, kämpften diese Grafen fast nur inVertheidigung, nicht für Erwerb. Merkwürdig sind sie stetsmit Gelde zum Ankauf versehen. Gewiß waren sie guteHaushalter, doch haben sie auch wenig Söhne und Töchter,das Gut durch Theilung oder Aussteuer zu schwächen, undkeine Vormundschaften hemmen das Wachsthum, vielmehr ge-deiht die Einheit durch sehr lange Herrschaften, wo dann derwohlerfahrene Sohn alles sicher weiterführt. Freilich ver-schenkten die Grasen nichts an Klöster, wie rundum andereHerren, daß deren verschuldetes Gut um so eher seil war,und daß Besitzthum derer von Nrach, Tübingen und Calwzunächst erstanden wurde. Auch leider borgten die Würtem-berger viel von den Juden und ließen dann von den Kaisernalle ihre Judenschulden vernichten. Indeß solche reiche, ge-wiegte Grafen standen angesehen bei den Kaisern und durchdiese ward dann leichter manches Recht und Gut bestätigt.