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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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besonders die Städte aufblühten. Trefflich schützten dieseFürsten und ihre Nachkommen jegliches Recht, so dem Adelwie dem Bürger, und das verschaffte ihnen stets bereite Hülfean Mannschaft und Geld. Denn bei innerem Frieden, fandensich Bedrängnisse von Außen. Die Kämpfe gegen Baiern inder Mark führten die Fürsten zu dem Hause Luxemburg, ihrOheim von Sachsen bestärkte sie hierbei. Als dann Carl IV.Gegenkönig ward, und gegen England in der Schlacht beiCresci stritt, focht Johann von Mecklenburg für ihn, und retteteihn und die Reichskleinodien. Der Lohn war die Erhebung Meck-lenburgs zum Herzogthume 1348. Carl verfolgte dabei seineAbsicht, Deutschlands Verfassung zu ordnen. Der Abstandvon den Kurfürsten zu den andern Reichsgliedern war zu groß,Carl IV. dachte auf Mittelglieder. Mecklenburg hatte bisherzu Deutschland ein solches selbständiges Verhältniß bewahrt,daß es jetzt ein Herzogthum in der alten Idee der deutschenHerzogthümer ward. In Verfolg dieser vertrug sich Branden-^bürg und gab 1350 Stargard als Lehn auf. Bald nachhertheilten sich die Brüder, Albrecht überkam Mecklenburg mitWismar und Rostock; und Johann Stargard und das Stern-bergische. Johanns Nachkommen blieben in schöner hülfreicherVerbindung mit denen Albrechts, bis sie 1471 ausstarben.Albrecht hatte die schwedische Euphemia zur Gemahlin; dieszog ihn in die Mißhelligkeiten des Königsgeschlechts in Schwe-den hinein, daß er dem Prinzen Erich gegen dessen VaterMagnns Schmeck, seinem eignen Schwager, 1356 beistand.Erich starb; da aber Magnus durchweine fernere Thorheitdie Reichsstände auf Neue entrüstete, wandten sich diese anHerzog Albrecht, und dessen Sohn von Euphemien, Albrecht,ward 1363 zu Upsala als König gekrönt. Vorher war es demVater durch Verheirathung dieses Sohnes mit der Tochter desGrafen Otto von Schwerin gelungen/ diese ganze Grafschaft,(zwar schließlich Half-ein Kausgeld,) 1358 an Mecklenburgs»bringen. Der Herzog hatte dennoch nur immer noch übereine kleine Macht zu gebieten, aber seine Weisheit, seine groß-artige Leutseligkeit, verbunden mit dem geistigen Uebergewichteüber alle Nahenden, beriefen ihn zum Lenker des Nordens.Viele Verwirrungen waren hier. Norwegen und Dänemark

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