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befeindeten König Albrecht, und gegen die herandrängendenRussen war Schweden gleichfalls in Furcht. So lange HerzogAlbrecht lebte, hals er durch alle Drangsale hindurch; aber erstarb 1379 und nun verletzte der König den Adel Schwedensso tief, trotzend auf die Gunst der Bürger und Bauern, daßder Adel sich zu Margaretha, Königin von Dänemark, schlug.Es kam zur Schlacht in Westgothland 1389, wo Albrecht undsein Sohn gefangen wurden. Stockholm hielt treu bei demKönige; sein Vetter Johann II. von Stargard unterstützte dieStadt; auch Rostock und Wismar versuchten Alles für denKönig. Zuletzt boten diese Städte Jeglichen zur Freibeutereiauf. Der Landfriede störte binnen Landes das Raubgewerbe,das so viele anlockte, man versuchte sich also zu Schiffe, undbald wimmelte die Ostsee von Freibeutern, die unter demNamen der Vitalienbrüder von ihrem Sitz auf der InselGothland aus die Sache gemeinsam trieben. Indeß der Königblieb gefangen. Da mußten die mächtigen Seestädte der wildenJagd ein Ende machen, sollten sie nicht selbst verderben; sie er-wirkten einen Vergleich zwischen Margaretha und Albrecht, der1395 gegen ein schweres Lösegeld loskam, solches binnen drei Jah-ren zu bezahlen oder Schweden zu entsagen. Der König schafftezwar von seinen treuen und reich gewordenen Mecklenburgern dasLösegeld herbei, dennoch entsagte er 1398 dem Königreiche, dasein hoffnungsvoller Sohn Erich gestorben war. Und nun lebteder König in seiner ersten Heimath sorglos, nur den Landfriedenhandhabend, bis er 1412 ganz heimging. Ein altes Wand-gemälde im Dom zu Schwerin zeigte ihn ehemals, als einenschönen, recht königlichen Mann. 130 Jahre gehörten alsoder Herrschaft von dreien Männer, die ein kleines Land zumerkwürdiger Bedeutung erhoben. Mecklenburg war der Zeitbei allen fürstlichen Zweigen in vielen Herrschaften zertheilt;aber jene drei Fürsten traten durch Seelengröße an die Spitzealler.
Bei Allem, was im Norden vorging, waren sie entschei-dend, und sie erhielten daselbst ihr Plattdeutsch als die Ver-bindungssprache. Unter' ihrem Landfrieden bereicherte sich dasLand, daß die Seestädte in Macht nnd Wohlstand sich erho-ben. die Landstädte nachstrebend bei den Geschäften der Für-