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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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Herzog Ulrich begehrte eine Landcsthcilung, die der Kai-ser zugestand, und die Stände, ihre Gerechtsame wahrend, ver-mittelten, so daß der Ruppinsche Machtspruch 1557 unter Lei-tung von Kurbrandenburg und Kursachsen, an Johann AlbrechtSchwerin, und an Ulrich Güstrow als Landestheil überwies.Die Stände, die kirchlichen und gerichtlichen Sachen bliebengemeinsam. Die angeerbten Schulden, aber auch solche, dieJohann Albrechts Versuche, seinem Bruder Christoph zumBisthum Riga zu verhelsen, herbeiführten, oder das unruhigeRostock zu bezähmen, oder für manchen schönen Bau und dieSchiffbarmachung der Flüsse, alle diese Schulden gaben Anlaß,wiederholt von den Ständen Geld zu fordern. Deshalb ver-einbarten sich Fürsten und Stände, Adel und Städte, nichtmehr die Prälaten, zu den Reversalen von 1572, worin dieLandesverfassung in Grundlage der Union bestimmter sich aus-bildete, und ein ordnungsmäßiges Zusammenwirken bleibendwurde. Es wird das Hineinbilden des alten Herkommens indie neuen Zeitverhältnisse immer sicherer, und während jenesüberall mehr abstarb, belebte es sich frisch in Mecklenburg,eigenthümlich nach Landesart, aber nicht minder deutsch, zumaldes Kaisers Entscheidung im Fortschreiten so oft eingriff undfesthielt, daß der Verband, mit dem Reich inniger wie sonstwobestand. Kirchenordnung und Polizeiordnung, Alles bekamseine angemessene Weise.

Beide Herzöge waren der lutherischen Kirche fortwährendtreu geblieben; Johann Albrecht ergriff dafür das Wort unddie Feder; und Ulrich war es, der 1564 auf dem Convent zuNaumburg sich nicht durch Friedrichs IV. von der Pfalz glatteReden täuschen ließ, er verließ den Convent felsenfest beiLuthers Ansicht. Hier trat auch Chyträus Ansehen recht her-vor, der fortan als eines der Häupter für das Concordienwerkarbeitete. Johann Albrecht erlebte nicht diese große Errungen-schaft, er starb 1576, 2 Söhne hinterlassend. Vorauszusehenwaren dies die künftigen Landeserben, und deshalb bestimmtesein kaiserlich bestätigtes Testament den Vorzug der Erstgeburt,die Landestheilung zu vermeiden. Johann Albrecht war einhochherziger Fürst, bereit und geschickt zu Werken des Friedensund Krieges, und kräftig in -deren Ausführung. In allem un-