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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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terstüht und getragen von seiner trefflichen Gemahlin, AnnaSophia von Preußen, erinnerte seine fast riesige und schöneGestalt an alles Edele des Menschen. Solchem Fürsten standwohlthätig der ruhige Ulrich zur Seite, und das von ihm ge-förderte Coucordienwerk fand in seiner, noch lange dauerndenHerrschaft, er starb 1603, einen erfreulicken Abglanz. 1586ward dem Herzoge Johann, ältestem Sohne Johann Albrechts,das väterliche Erbe übergeben, einem guten, sorgsamen Für-sten; um so mehr Noth und mühsame Verhandlung mit denStänden machten ihm die angeerbten Schulden. Es gediehdies nicht zu glücklichem Ergebniß, denn Johann starb aneiner in Schwermuth sich zugefügten Verwundung 1592.

Eine Vormundschaft, die nach Herzog Ulrich dessen letzterBruder Carl bis 1608 fortsetzte, suchte den Wohlstand desLandes in Ruhe zu mehren. Es traten Herzog JohannsSöhne Adolf Friedrich und'Johann Albrecht II. das väterlicheHerzogthum Schwerin an, während Herzog Carl noch zweiJahre in Güstrow waltete und dann kinderlos starb.

Adolf Friedrich sollte die Zerstörung des dreißigjährigenKrieges überleben, und das Bessere der Vorzeit retten, hierzuwaren ihm Jahre der Vorbereitung gegeben, die er mit beson-derer Weisheit und Kraft benutzte. Mit 22 Jahren kamAdolf Friedrich neben seinem Bruder in den Besitz des ge-stimmten Mecklenburgs und sogleich ward eine Theilung vor-genommen, die 1620 völlig geordnet für Adolf Friedrich einHerzogthum Schwerin, und für Johann Albrecht n. ein Her-zogthum Güstrow festsetzte. Die Gerechtsame der Stände hiel-ten aber auch diesmal wesentlich eine Gemeinschaft fest. AdolfFriedrich behauptete nur sein Erstgeburtsrecht durch die Wahldes Antheils. Ein Dreifaches fand sich zu ordnen. DieSchuldenlast, angeerbt und herbeigeführt durch nachlässige Be-amtete, erschöpfte alle Mittel. Die Stände mußten helfen, sieerkannten auch die Pflicht, aber sie knüpften ihre Verwilligungdaran, daß ihr Herkommen nicht länger durch neuen Rechts-bruch bedroht, sondern mehr noch als schon geschehen bestimmtund den Zeitansprüchen sich anschließend verfestet würde. Esveranlaßte dies öftere Landtage bis die Stände 1621 eineMillion Gulden bewilligten und erweiterte Reversalen erhielten.