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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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bcm Löwen verwandt, letzterm als Herzog von Sachsen mit.der Altmark Lehnsfolge leisten zu müssen. So kämpfte ergleichwohl mit Heinrich gegen die Obotriten in Mecklenburg.Allmälig befreundete sich Albrecht so sehr mit dem angrenzendenWendenfürsten Pribislaw in Brandenburg, daß dieser, kinderlos,ihn zum Erben einsetzte, 1147. Albrecht erhielt hiemit waser erstrebt, ein Land mit vollem Rechte des Herzogthums.Er sittigte seine Wenden am besten durch germanische Ein-wanderung, besonders vom Rhein, er bauete mit ihnen Städte,erhob gegen das aufs Neue abfallende Brandenburg, Berlin,wo die Rheinländer ein neues Köln gründeten. Die Naturdes Landes prägte sich der neuen Bevölkerung aus, währenddie Deutschen die Wendischen bald verdrängten. Dieser Sand,theils so flüchtig, machte die Bewohner mühsam, im Kleinenbehülflich, reinlich aber auch aufgeregt wie Sand, mehr schar-fen als bilderreichen Geistes, mit der Liebe, selbst der Eitelkeit,die ein armes Land eher giebt, im Bewußtsein was der Menschdort errungen, als wo ein reiches.Land viel giebt, und derMensch nur die Gaben genießend empfängt. Albrecht starb um1168. Sein Sohn Otto führte sein Werk gleichmäßig fort,kriegerisch sich bei Heinrich des Löwen Fall für die Ältmarkvon der sächsischen Lehnsherrlichkeit frei zu machen, landes-väterlich den Bau der Städte zu fördern. Seine Enkel Jo-hann l. und Otto III. von 1221 bis 1267, erweiterten ihrGebiet. Die Priegnitz war schon angeeignet, man sieht esden alterthümlichen Bauten an, die Neumark ward von Polendie Ukermark von Pommern hinzugefügt. Die Markgrafenwaren in dem ansehnlichen Lande mächtiger als andere deutscheFürsten, theils weil sie sich nicht theilten, gemeinsam wirkend,theils weil der Adel nicht zn reich und zu selbständig ward,theils weil die Städte, nur Ackerbau treibend, nicht durchHandel unabhängig wurden, näher den Fürsten bleibend, Schutzempfangend und gewährend. Solche Markgrafen konntenihre Stimme geltend machen bei dem Kampfe um die Kaiser-krone in der Hohenstaufenzeit, und dies führte dahin, daßBrandenburg den König Wilhelm 1256 wählen half, undbei seiner Krönung ein Erzamt verwaltete. Bon nun anwaren die Markgrafen Kurfürsten. Söhne und Enkel Johanns

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