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heilen zu stellen. Adolph Friedrich schloß 1658 sein Tagewerk,daß die Nachwelt ihn preisen muß. Seines Bruders Sohn,.Gustav Adolph, hatte er noch als einen gelehrten, treu luthe-rischen Herren erziehen und in die Verwaltung einsetzen helfen.
Achtes Kapitel.
Brandenburg.
An das Harzgebirge schließt sich nordöstlich zunächst einschmales settes Land, dann aber folgt weit hinaus eine Sand-ebene, die wendische, durchbrochen von dem sehr reichen west-lichen Bord der Elbe, die lange Börde. Diese Sandebenebildet die Marken Brandenburgs, so weit die Eigenthümlichkeitdes Odergcbiets vorherrscht, bis zum Einfluß der Netze indie Warte; die Ebene ist mehr eine Versandung, denn tieferliegt Lehm, darum ist der Sand arm, aber die Mühe beloh-nend; kleine Flüsse schleichen durch weite Moore, die erstTorf liefern, dann Wiesen werden; schönes Trinkwasser findetsich überall, und damit wird jede noch so wüste Stelle be-wohnbar, und wo der Sand zu beweglich zu werden droht,erstrecken sich große Kiesernheiden. Das Ganze ist noch eineHochfläche, zu dem Pommern in geringer Abstufung als dasTiefland zu gehören scheint. In den Marken wohnten meistgermanische Völker, diese wurden von den Wenden etwa im5. Jahrhundert verdrängt, und blieben nur an der Elbe sitzen.Von hier, aus der langen Börde, zogen dann die Langobardennach Italien. Die Wenden gründeten eine große Macht,Altbrandenburg war ihr Hauptpunkt.
Von Kaiser Heinrich l. beginnt ununterbrochen auch hierder deutsche Kampf gegen das Heidenthum; er errichtet an derElbe, wo sich noch zerstreute Deutsche fanden, eine Mark,die Nord- oder Altmark. 200 Jahre ward abwechselnd gesiegt,doch fast nichts für das Christenthum gewonnen, bis Albrechtder Bär, Graf von Ballenstädt 1134, aus dem alten sächsischenGeschlechte der Ascanier, mit der Altmark belehnt wurde. DerHerr des Gebirges ward naturgemäß der Beherrscher der vorihm liegenden Ebenen. Albrecht hatte schon großen Sieges-ruhm und viel Verdienst um Kaiser Lothar II. Da kränktees ihn, mütterlich sächsisch mit den Hohenstaufen und Heinrich