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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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Carl benutzte die fünf Jahre des Besitzes ungemein thätig.Cr faßte den Gedanken, von Böhmen aus eine große Macht,als eine deutsche Schutzwehr gegen den Osten zu gründen,und auf dem Tage zu Gnben erwirkte er die VereinigungBöhmens mit den Marken. Alles was er in Böhmen förderndgethan, übertrug er auf die Mark. Zu einem Landfriedenverband er sich zuerst mit den Nachbaren. Das merkwürdigeLandbuch, zum Abmaß der Steuerkraft, ward über die Grund-stücke aufgenommen, und diente lange nützlichst; Gewerbeund Handel bemühte sich Carl zu beben, mit Gebäuden inseinem edlen Styl befchmückte er manche Städte, zumal Tanger-münde mit seinem Schlosse auf riesigem Unterbau an der Elbe.

Bei Carls Tode 1376 theilten sich seine Söhne, daßSigismund die Chur, Johann die Neumark erhielt. AlsSigismund 1382 nach seinem Schwiegervater Ludwig vonUngarn, dieses Reich ererbte,, da brach für Brandenburg eineunruhige Zeit herein. Der Churfürst war meist abwesend,gerieth durch seinen Thronstreit in Geldnoth, verpfändetewieder und wieder die Marken, die Pfandbesitzer vernachläs-sigten dieselben, bis endlich Burggraf Friedrich von Nürnbergerst den Pfand- dann den Erbbesitz erkaufte. Friedrich hattedem Kaiserhause treue Dienste lange geleistet, und besaß Geld.Sigismund erkannte dies jetzt an, und belehnte ihn 1417 mitBrandenburg.

Die Grafen von Zollern stammen gewiß aus uraltemgermanischem Fürstengeschlechte, auch ohne Erweis des be-stimmten Zusammenhanges. In Schwaben ragt das SchloßHohenzollern gleich alten Stammschlössern hoch in das Landhinaus. Die Höchsten suchten den weitschauenden Blick.Ende des 12. Jahrhunderts ward ein Graf Friedrich Burg-graf zu Nürnberg. Diese Burggrafen schickten sich klug indie Zeit, erwarben damit in kaiserlichen Erblanden, in Oester-reich wie in Böhmen manches Gut, waren sorgsame Haus-väter, und so vermogte Friedrich VI. das ChurfürstenthumBrandenburg für 400,000 Goldgulden zu kaufen.

Die Erhebung des Hauses Hohenzollern war für Deutsch-land während der Verwirrung des 15. Jahrhunderts ein großesGlück. Vier Churfürsten, gleich wie der Erste, Friedrich, fromm