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und weise, ihre Mittel wohl benutzend, stets friedebringend,darum auch echt kriegerisch, leisteten viel durch die Macht Bran-denburgs im Norden und durch die gediegene Kraft des Burg-grafenthums, in Mitten Deutschlands, überall hin leicht zurHand.
Friedrich I. bekam viel Arbeit. In den Marken lag Allesdarnieder, der Adel übte Gewaltthaten; Friedrich bezwäng, wassich seiner Ordnung nicht fügte. In Costnitz war Kirchen-versammlung und hoch stand hier der fromme und weise Fürst,des Kaisers sicherster Rath. Den Papst vermogte er zur Ent-sagung, den geächteten Friedrich von Oestreich söhnte er aus,für die Papstwahl ward er der Schirmvoigt; nur leider hörteman nicht aus seine Bitten für Huß. Als nachher die Hussitenlosbrachen, war es Friedrich vorzüglich, der beiden TheilenMilde anrieth, aber auch das Schwert gegen die räuberischenHorden gebrauchte. Friedrich unterstützte den Zusammentrittdes Concils zu Basel, selbst sein Sohn Friedrich ward dessenSchirmherr, um den Jammer des Hussitenkrieges zu enden.Er ließ durch seinen Hvsprediger in Böhmen verhandeln, er-wirkte den Hussiten freies Geleit und beförderte die Zugeständ-nisse. Neben diesem blutigen Glaubenskriege hatte der Chur-fürst in Brandenburg mit allen Nachbarn zu kämpfen, die ihmRechte oder Besitz beeinträchtigten. In Franken ward er vonLudwig dem Bärtigen, der alle Nachbarn beunruhigte, fort-während angegriffen. Doch Friedrich führt zu eigenem unddes Reiches Heil Vieles glücklich durch und starb 1440.
Die Marken bedurften eines starken Arms, darum ließder Vater den ältesten Sohn in die Ruhe nach Franken ziehnund setzte seinen zweiten Sohn Friedrich in die Chur, der sichauch den Namen des Eisernen verdiente. Zwei andere Söhnetheilten das Frankenland. Es hielt schwer, in Brandenburgeinen Frieden zu bewahren, da von außen, so viel Anfeindrmgstatt hatte, was die Unterthanen aufwiegelte. Aber Friedrich H.überwand Alles eben so klug als tapfer; von Mecklenburg er-hielt er die Erbfolge bestätigt, Pommern drängte er zurück undnahm das Besessene wieder, von der Lausitz erkaufte er Einiges,gegen Sachsen und Magdeburg gewann er im Vergleich. Be-deutend war sein Ansehen im Reiche, wo es oft Türkenhülfe
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