Buch 
Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
JPEG-Download
 

324

galt, und in Böhmen und Polen. Als sein einziger Sohnstarb, übergab er sein Land seinem Bruder Albrecht 1470,ging nach Franken, der alten Heimath, und bald ging er völligheim. Albrecht, wegen Schönheit und Tapferkeit Achilles bei-genannt, war von Franken aus, wo er zuletzt Alles allein be-saß, die beste Kraft des schwachen Kaisers Friedrich in. AufReichstagen und bei Reichshändeln war Albrecht das Wortund die That. Er hatte auch die Gabe, zu Thaten sich Freundezu verbünden, so gegen Nürnberg und die Städte, so gegenLudwig den Reichen von Barern. So umfänglichen Wirkungs-kreis konnte er nicht verlassen, er machte seinen Sohn Johannzum Statthalter der Marken, erschien aber wenn es Noth war.Es ereigneten sich schwierige Händel von Neuem mit Pommern,mit Böhmen und Schlesien, aber auch Johann entwickelte Kraft,wie der That so der Rede, daß man ihn Cicero nannte, under eben so viel begütigte als mit der Kriegsmacht dämpfte.

Albrecht ward noch spät der Schirm gegen Carl des Küh-nen Uebermuth, bewahrte die Würde des Kaisers auch imFelde, und vermittelte die Heirath der burgundischen Maria mitMaximilian. Im hohen Alter überließ er seinem Sohne Jo-hann völlig die Marken, blieb in dem milden Franken, das er, alser starb, seinen jüngeren Söhnen Friedrich und Sigismund hin-terließ. Johann fuhr fort eben so weise als tapfer wie seineAhnherren, sein Ansehn geltend zu machen, und sicherte sichdazu die Mittel durch guten Haushalt. Er vertauschte zuerstden fürstlichen Sitz zu Tangermünde mit Berlin, wo Friedrich II.schon den Burgbau angefangen. 1499 ging er zu ewiger Ruhe.Daß die Frankenlande durch Johanns Brüder von Branden-burg getrennt, gab den Churfürsten eine mehr einseitige Rich-tung. Schon Joachim I., der Nachfolger, ein gelehrter undkräftiger Fürst, hatte zu vereinzelt des Landes Nutzen im Auge,er suchte die nahen Stifter mit Prinzen des Hauses zu be-setzen, vergrößerte aufmerksam sein Gebiet durch Lehnsanfall,erkaufte vom Orden die von Sigismund verpfändete Neumark;aber die Kraft des Kaisers, wie es sein Ahnherr gewesen, warer nicht. Vielleicht hinderte ihn gerade seine große Gelehrsam-keit zur Einfalt des Glaubens sich zu wenden, Joachim bliebrömisch, wenn es nicht Eifersucht auf Friedrich den Weisen