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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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folgten die Jcmse,listen nicht die biblische Richtung, verfielenmehr einer außerkirchlichen Frömmigkeit, sonst würde die Bibelund Augustin ihren Kampf anders und ans einen festen, hei-ligen Boden auch in Frankreich geführt haben. Der Papstmußte indeß den Jesuiten nur helfen und Jansens Grund-sätze verdammen. Dadurch fühlte sich nicht bloß die gallicanischeKirche beeinträchtigt, sondern Pascal st 1662 deckte in feinenl8tt?68 provinysies 1656 die so klar und bewundernswürdiggeschrieben, daß er allgemeine Anerkennung fand, die ganzeVerderblichkeit der jesuitischen Lehre auf. Nun galt es Kampfauf Leben und Tod, und wo der Papst nicht mehr aushalf,mußte der König nachgreifen, ja das Kloster ward endlich 1709zerstört. Die Flamme des Jansenismus erhielt kein hinrei-chendes Oel aus dem heiligen Worte, und zuletzt leuchtete sienur zum Unglauben hin, indem sie die Schatten der französi-schen Kirche noch greller machte, und selbst kein rechtes Lichtverbreitete.

Das Jahr 1685 ist ewig bedeutungsvoll für Ludwig xiv.Die vernachlässigte Königin war 1683 gestorben; und bekenneman, ein göttliches Erbarmen wies Ludwig an Frau vonMaintenon, welche seine außerehelichen Kinder erzog, eineFrau voll Geist und Sittsamkeit; der 45jährige König ehe-lichte heimlich die noch anmuthige 5 Jahre Aeltere. Frauvon Maintenon war auch fromm, und sie und Ludwig beteteneifrig; doch stellte sich damit das ganze Verderben der dama-ligen römischen Kirche heraus. Es war der Antichrist, der mitBeten alle Greuel der Hugenottenverfolgung beschwichtigte,der nun eine ganze Kette von Gewaltthaten voll Raub undMord 30 Jahre bis Ludwigs Tode beschönigte. Die vomJesuitismus beherrschte Kirche übte wahren Seelenmord.

In diesen Zuständen soll der talentvolle, aber ruchloseMinister Louvois den König zu dem Kriege 1688 fortgestürzthaben. Gesichert glaubte sich Ludwig durch das enge Bündnißmit dem römischen Jacob II. von England, und wieder be-sorglich machte ihn Oestreichs Glück gegen die Türken nachdem Siege Carls von Lothringen 1687 bei Mohacz, der altenSchlachtenstelle, und endlich zum Anlaß des Krieges dien-ten ihm Ansprüche der Herzogin von Orleans als pfälzischer