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wo sie rühmlich stritten. Man hat dies hart getadelt, doch tha-ten es manche Fürsten nach, nnd die freien Schweizer hattenes lange zuvor so getrieben. Ohne eine eigene Kampfeslustdes Volkes, welches die matte Zeit nm so unwilliger trug, alsvon jeher Germanen hinzogen, wo es Kriegesruhm gab, wäredieses Söldnerwesen wohl nicht hervorgetreten. Hessen hattedavon vor anderen Vortheil, der Sold war nicht vergeudet, ermehrte den Hausschaß, nnd bei dem großen Kriegerbestand bliebdas Volk kriegerischer als seine Nachbarn, wie es in der Vor-hut am Rhein so nöthig war. Als 1785 Landgraf Wilhelm IX.seinem Vater in der Herrschaft folgte, kam sein ansehnlichesHansvermögen dem Lande noch mehr zu Gute. Die Landgra-fen, so an sich vernrögend, kamen mit ihren Ständen, Präla-ten, Rittern und Städten nm Steuern nicht in Streit, Wil-helm IX. nahm sogar ein Antrittsgeschcnk nicht an. Freilich,bei so ruhigen Verhältnissen entwickelte sich keine aufgeregteständische Thätigkeit. Es blieben Stände, aber nur mit Ver-waltung ihrer Kassen und Stiftungen beschäftigt. Immer zeich-nete sich aber Hessen-Cassel aus von Fürst zu Volk durch ei-nen kriegerischen, nüchternen, redlichen, strenge Rechtshandhabungpflegenden Sinn und am Mittel- und Oberrhein hielt kein deut-scher Fürst würdiger die Vorwacht mit geringer Bevölkerung,die indeß ein Kriegerstand war. So schirmte Cassel die Kai-serwahl Leopold II. 1790 mit einem stattlichen Heere, und indem bald folgenden Kriege gegen Frankreich war es die tapfereVorhut. Als später Wilhelm ix. Churfürst, dann 1806 seinesLandes von den Franzosen völlig entsetzt ward, blieb er in Er-höhung und Demüthigung ein weiser Fürst. Leider erhieltennoch mehr seit ihm die fürstlichen Kebsweiber ein Ansehen, daßes seiner Nachkommenschaft das Aussterben bereitet.
In Darmstadt folgte fast gleichzeitig wie in Cassel nachzwei kurzen Herrschaften eine 61jährige des Landgraf Ernst Lud-wig von 1678 — 1739. Sein Sohn Ludwig vm. ererbtedurch seine Gemahlin 1736 die Grafschaft Hanau-Lichtenbergzumeist jenseits des Rheins an Frankreichs Grenze. Diese Ver-größerung war kein Gewinn, die Lage der Landgrafschaft warnoch zerstückelter, daß die Landesherren wenig gediegene Kraftbeweisen konnten. Treu hielten die Landgrafen zwar zur wah-
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