' 80 l.Per.I.TH. Gesch.d.südl.Eur.Staatensyff.
iZ. Für das deutsche Reich war sie bereitsund blieb sie freylich das Princip der Spaltung;aber auch das des politischen Gebens. Siehakte zwar in demselben keine eigentliche politischeRevolution bewürkr; — so lange die religiösenIdeen stets im Vorgrunde, die politischen nur imHintergründe standen, war dies nicht zu fürchten;-— aber sie hatte die Fürsten zu Anstrengungen ge-nöthigt, wodurch sie sich erst als Fürsten fühlten;und die einmal aufgeregte Kraft konnte bey derdauernden Spaltung nicht wieder ersterben. Seit-dem aber von nun an die Reformation die großeSpannfeder der Politik ward, mußte auch dasdeutsche Reich weit mehr als wahrer Mittelpunktdes Europäischen Staatenfystems betrachtet werden,weil der Bestand des Protestantismus in ihm alsentscheidend für das übrige Europa angesehen ward.
Am Ende dieses Zeitraums herrschte die protestantischeLehre in den sämmtlichen Sächsischen, Brandenburgischen,Braunschweigischen, .hessischen, Mecklenburgischen, Holstei-nischen und einigen kleinern Staaten im Norden; im Sü-den in der Pfalz, Baden und Würtemberg; so wie in denmeisten bedeutenden Reichsstädten. — Die schon seit 1525durch den Abendmahlssireit entstandene traurige Spaltungzwischen den Protestanten selber konnte noch von keinenbedentenden politischen Folgen seyn, so lange sich noch kei-ner der mächtigern Neichsstande zn der reformirten Leh-re bekannte.
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