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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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I. Petrarca s Schulung durch Klang und Musik.

anderen unterrichtet. In einem solchen Geiste mochte wohl anregendeKraft wohnen. Freilich in der Form ist ihm Petrarca schnell undweit über den Kopf gewachsen, von den Vorstellungen des Alten aberscheint doch manches in ihm hasten geblieben zu sein.

Petrarca's Vater besaß einige Schriften Cicero's und hielt siein Ehren, doch mehr wegen des juristischen Interesse. Sie fielen indie Hände des Knaben, noch bevor dieser von ihrem Inhalt undWerth eine Vorstellung haben konnte, und während seine Spielge-nossen sich mit der Schulgrammatik und den äsopischen Fabeln ab-quälten, freute er sich des majestätischen Klanges und des süßen Wohl-lautes der lateinischen Worte. Je mehr er verstehen lernte, destomehr schien ihm Cicero's Sprache alles andere zu übertreffen.')Wir sehen wohl, wie das Ohr, der Sinn für Klang und Rhythmusdasjenige Organ war, durch welches er zuerst und am eigenthüm-lichsten auffassen lernte, durch welches er aber auch gerade zu jenemGefühl für Formenschönheit geleitet wurde, welches der Welt desMittelalters am meisten verloren gegangen war. Vers und Wohl-klang waren ihm wie angeboren.') Die Laute und das Lied warenseine Freude durch das ganze Leben; über seine Laute traf er nochim Testamente besondere Verfügung, und seine Sonette hat er wohlselber zu ihrem Klänge vorgetragen. Und so, erzählt Boccaccio, warauch der Gesang der Vogel immer seine Lust.') Seinen NamenPetracco verwandelte er in den sanfter klingenden Petrarca. SeineStimme, so rühmt Filippo Villani, war so tönend und süß, daß mannicht satt werden konnte, ihn anzuhören. Auch wird in dieser Sphäreder Zusammenhang erkennbar zwischen dem, was Petrarca in latei-nischer, und dem, was er in tuscischer Sprache erstrebte. Die ge-reimten lateinischen Hexameter, die er in jüngeren Jahren, wohl unterAnleitung des alten Convenevole, gedichtet, darf man als einenNebergang ansehen.

y 8oln ins verdoivun äulceäo ciusvänin st sonoritns ästinsbnt, ut guiequiänliuä vel legerem vel anäirem, rnueuin initii lonAsgus äissonum viäsretur.y Er selbst sagt mit Ovidius:

8ponte sun enrmsn nunisros vsniodnt nptos:l^uieguiä tsntnlinin Meere, versus ernt.y Zoll. Noetinoii äs vitn et inoridus l'rnne. ketrrrrekns bei NosssttiNstrnron p.323: In musiealibus voro, prout in üäioinis et enntilsnis, st nonäuin (solum) tioiuiuuw tnntum ssä stiniu nvium, äslsotatus itn ut ipssnist ssVene Aernt st zesserrit in utrisgus.