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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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V. Bessarion. Perotti.

den ersten Grund gelegt, nur allrnählig gewann, konnte er fertigeLatinisten als Sekretäre und Hausgenossen um so weniger entbehren.Doch Männer von litterarischem Rufe finden wir anfangs darunternoch nicht; solche zog die Curie, zumal unter Nicolaus V, ungleichmächtiger an als der Dienst eines Cardinals, der im Kreise vonseinesgleichen für arm galt. Lauro Ouirini,-der Venetianer, dersich in der Levante auch der griechischen Sprache vollkommen be-mächtigt, war eine Zeit lang sein Familiäre st. Auch von Gasparoda Volterra, dem Brief-Sekretär des Cardinals, hören wir aus-drücklich, daß er im Griechischen wohl ausgebildet war, was geradefür diesen Dienst erforderlich schien, zumal da im Hause Befsarionsmehr griechisch als lateinisch gesprochen wurdet- Aus der späterenZeit dürften Platina, der Verfasser der Lebensbeschreibungen derPäpste, und DomiziovonCaldiero die namhaftesten Größen unterden lateinischen Hausgenossen des Cardinals sein. Als Gelehrteraber ragt über sie alle ein junger Mann hervor, der seine bestenBildungsjahre bei Bessarion verlebt und unter seiner Gunst zu an-gesehener kirchlicher Würde emporstieg, sein Liebling unter den Lite-raten, Niccolo Perotti.

Im Jahre 1430 zu Sassoferrato aus vornehmem, aber verarmtemGeschlechte geboren er durfte sich der Verwandtschaft mit dem großenJuristen Bartolus, seinem Landsmanne, rühmen st dankte Perottiseine erste Einführung in die freien Künste dem Niccolo Volpe ausVieenza, den er auch als Dichter rühmt. Außerdem nennt er selbstVittorino da Feltre seinen Lehrer, dessen Unterricht er aber nur alsKnabe genossen haben kann, da Vittorino schon am 2. Februar 1446starbst. Es ist auffallend, daß er nicht auch Guarino unter den

1) Doch kenne ich dafür nur das Zeugniß des Vsspasis.no Oaräinnlv Mosno§4. S. Bd. I S. 428.

2) Llonäns Italia illustr. p. 307. Nach dem Ausdruck Volstsrrs-- innre

Ossparis nostri patris, gni-Lisssrionis epistnlaruw sst soriba möchte

man an Biondo's Sohn Gasparo denken, der aber doch sonst als aus Forli ge-bürtig bezeichnet wird.

b) Diese Notiz giebt Blondus im Briefe an Goro Lolli im 6ock. ms. vrosä.kol. 110.

0 Diese Daten lernen wir aus Perotti's Jnvective gegen Poggio in denLlisosIIanes. äi varis opsrolts 1?. VIII p. 181. Das Geburtsjahr ergiebt sich ausder Bemerkung, daß Perotti bei dem Tode des Francesco Barbaro im 24. Lebens-jahre stand.