180
V. Uebersetzungen Aurispa's, Jilelfo's, Valla's.
des Plutarchos sowie eine Rede des Demosthenes übertrugh. Wirschließen hier auch Ognibene da Lonigo an, obwohl einen Schülerdes Vittorino da Feltre: er übersetzte als Jüngling die Fabeln desAisopos und widmete sie dem Markgrafen Gian Francesco vonMantna?).
Wie nahe Aurispa den florentinischen Kreisen stand, ja daßer eine Zeit lang unmittelbar Florenz angehörte, ist früher geschildertworden. Als guter Grieche und zierlicher Latinist wäre er gleichBruni berufen gewesen, die lateinische Literatur durch Uebersetzungenzu bereichern. Aber wir kennen auch seine Trägheit. Nur gelegent-lich übertrug er einmal ein kleines Werkchen, des Lukianos Charon,den Wettstreit des Alexandras, Hannibal und Scipio in der Unter-welt, das Skaphidion, eine Rede des Sophisten Philiskos, den Hiero-kles, den er Nicolaus V darbrachte, dem er schon vor seiner Erhebungaus den päpstlichen Stuhl eine der Uebersetzungen gewidmet. Dochgerade diese kleinen, mit Geschmack gewählten und latinisirten Sächel-chen, zumal die lukianischen, wurden ungemein beliebt. Das bezeugtuns ihre häufige Wiederkehr in den Sammelhandschristenfi.
Von Filelfo läßt sich nachweisen, daß er einige seiner frühestenUebersetzungen, eure Rede des Lyfias, die Rhetorik des Aristotelesin Florenz gearbeitet. Er entwickelte dann auf diesem Gebiete seinganzes Leben hindurch eine rege Thätigkeit, da die kleinen Schriftendes Plutarchos und Lenophon oder einzelnes von den attischen Red-nern ihm die bequemste Gelegenheit boten, diesen oder jenen Gönnermit einer Widmung herauszufordern. Auch wurden seine Ueber-setzungen mit großem Eifer gelesen, später jedoch von den Griechen,denen ein Urtheil zustand, nicht in demselben Maße gelobt^).
Eine selbständige Stellung unter den Uebersetzern behauptet
') IN cksni kannonü 0pU8C. ?. II.
2 ) LlittarsIIi I. e. p. 667. Vergl. Bd. I S 432.
2) 0k. Ravulas eoää. ms. bibl. Vinckod, vol. I p. 103. VII p. 174. UeberHierokles s. oben S. 84.
0 Bei manchen ist es schwer, die Zeit der Abfassung zu bestimmen. JeneRede des Lystas aber ist in einem Wiener Codex (Habulao vol. I p. 35) vom9. August 1429, die Rhetorik vom 1. April 1430, beide aus Florenz datirt. Auchdie Leichenrede des Lystas in jenem Codex ist wohl ein Werk Filelfo's, aber dannsteckt i» der Jahreszahl 1424 ein starker Fehler, da Filclfo erst im April 1429 nachFlorenz kam. Eine Aufzählung seiner Uebersetzungen von seiner eigenen Hand inden InckuKini s. lilii'öi'ia. Visc.-skori'.. rippsnck. alia ?arto I p. 10.