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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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V. Polybios.

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Dichter Gunst und Ruhm und dazu ein apostolisches Sekretariaterwarb, haben wir bereits erzählt. Gleich nach Uebersendung desersten Buches, mit dem wohl eine Probe gemacht werden sollte, dankteihm der Papst für den persönlichen Genuß, den er ihm durch dieLeichtigkeit und Eloquenz" seiner Arbeit bereitet; es sei, als hättedas Buch des Polybios nie eine andere Gestalt gehabt als die la-teinische. Als das Ganze ihm überreicht wurde, schenkte er demglücklichen Uebersetzer 500 neugeprägte päpstliche Ducaten in einerBörse und fügte freundschaftlich hinzu, er sei ihm eigentlich zu weitmehr verpflichtet und gedenke sich dieser Schuld schon noch zu ent-ledigen'). Auch sonst fand der elegante Polybios überall nur freu-dige Aufnahme. Poggio, obwohl er bereits seinen Zwist mit Perottigehabt, wußte ihn nicht genug zu loben: er sagte, ihm sei noch nieein schönerer Stil vorgekommen fl. Den Ruhm des Buches zu wahren,trug auch der Umstand viel bei, daß es schon 1473 in Rom durchSchweinheim und Pannartz und dann noch mehrmals, das griechischeOriginal aber erst 1530 gedruckt wurde, so daß Polybios mehr alsein halbes Jahrhundert fast nur in der schmucken Form bekannt war,die ihm Perotti gegeben. Neider erklärten wohl die schöne Vollen-dung seines Buches daraus, daß er eine antike Uebersetznng desPolybios trügerisch für die seine erklärt"), worin er eine desto werth-vollere Anerkennung seines Talentes sehen mochte. Erst als Vin-centins Obsopoeus den griechischen Polybios zum ersten Male unddazu Perotti's Uebertragung herausgab, fand er, daß in letzterernicht nur viele einzelne Stellen, sondern mitunter ganze Seiten über-sprungen worden, was doch nicht nur durch eine verstümmelte Vor-lage gekommen sein könne"). Dann aber schob Jsaak Casaubonusdas gleißende Machwerk völlig bei Seite: es habe seinen Ruf nurbei denen behauptet, die des Griechischen nicht kundig; nicht eineSeite seines Autors habe Perotti richtig verstanden, eine Fülle vonIrrthümern begangen und seine höchst mangelhaften Kenntnisse in

y S. oben S. 136. Vs8pasiano blieoin V kapn § 26, Vosoovo Liyonlinotz 2 (hier sind es 600 Ducaten). Die Widmung der 5 Bücher an Nicolaus V beiünndini I. o. 1. II p. 761. Die Jahrzahl 1455 am Schlüsse kommt wohl demAbschreiber zu, wird aber auch ungefähr die Vollendung bezeichnen. Jedenfallsaber können die beiden letzten Bücher nicht erst Pius II als neu zugesendet sein.

2) Vs8pa.8iano Vo8eovo Lipontiuo K 2.

y 1ovin8 Dioxin llootor. viror. 18.

y Bei Ilotliolä I'reknoes y. 372.