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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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V. Ucbcrsetzurrgen des Homeros. 195

der emporhob und dem man nachsagte, er ziehe ihn selbst Vir-gilius vor').

Daß eine Übertragung des Homeros in schönen Hexameternauf die freigebigste Gunst des Papstes zu rechnen habe, war unterden Humanisten wohl bekannt, und es ist natürlich, daß mancherden Hauch der Muse fühlte und auch wohl dem Papst eine Probeeinsandtest. Am meisten berufen zu solchem Unternehmen war unterden Dichtern jener Zeit wohl der junge Basini von Parma, imGriechischen ein Schüler Gaza's, mit Homeros lange schon vertrautund in Begeisterung ihm nachstrebend, ein gewandter und geübterDichter, dessen Feder die Hexameter leicht und schnell entflossen. Esscheint, als habe er im Sinne gehabt, den Untergang Troja's, alsoals ein Fortsetzer des Homeros zu singen. Und gern wäre er bereitgewesen, seine Muse gleich anderen in des Papstes Dienst zu stellen.Aber die Aufgabe, Homeros selbst würdig zu übertragen, lehnte erdoch in Erkenntniß ihrer Gewaltigkeit bescheiden ab: selbst wenn erVirgilius' Geist besäße, würde er sich nicht daran wagen st.

Aber der Papst ging auch hier wie in anderen Fällen mit un-mittelbarer Aufforderung vor. In erster Stelle nahm er CarloMarsuppini, den Staatskanzler von Florenz, in Aussicht. Dieser

') Ueber den vaticanischen Codcr und die Widmung deorgin8 Vita. IVieolai Vz>. 193. 210. Valrlsn Vallav opusc. Irin II 8.379. 380. Das Urtheil Vaila'süber den Pindarus berichtet lov. kontann8 cle 8vrmonv Irb. I (Opp. Ii!,. II,Verrat. 1519, kol. 193).

2) ^.enea.8 8^1 viurr Luropa eap. 58: In Uomari vsro posmats grroä üsroioooarrnins latinnin üeri inagnopsre oupiolrat, aurn plurirni irrerem er garere eona-roritur, rrrrus tarnan ete. Diese Worte parapkrasirt lae. Nlril. Ksrgorna8 8uppl.dirron. kol. 295, indem er zu pluriini hinzufügt: viäoliast deorgirm Trapsrnntinrm,liLurentiris Valla, drsgorirm Oastellanus (i. e. "I'ikarnas), I)emstriu8 draeeus etalii nonnnlli. Woher stammen diese Name» bei einem Autor, der zwar manchenIrrthum begeht, aber seine Nachrichten nicht aus der Lust greift? Die ErwähnungBalla's ließe sich schon erklären, zumal wenn er den Pindarus einreichte. Gregoriowird wenigstens als Dichter erwähnt, Trapezuntios und Demetrios aber sonst wederals Homeros-Ueberselzer noch als Dichter.

3) Ueber ihn und seine Werke s. Bd. I S. 585ff. Die Verse im V8tronomiaonI, 21:

Llox guoguo 1roiana8 onpiarn gui ilreers elarle8,illagnaniiu 08 gus Uues8 draiorurn, aotamgua 8nlr armaLuropam atgus tlsiae 8rgaso in litoro geniernglaube ich in obiger Weise deuten zu müssen, nicht wie der Herausgeber in Com-bination mit II, 484 als Ermahnung des Malatesta zum Zuge gegen die Türken.

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