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V. Uebersehungen des Homeros.
Jlias in lateinische Prosa um. Man erkennt nicht recht den Zweckdieses Unternehmens. Eine rechte Uebersetzung ist es durchaus nichtund sollte es auch nicht sein. Valla scheint vielmehr eine freie Er-zählung im bloßen Anschluß an Homeros liefern zu wollen, in derer nach Gutdünken ausläßt und zusetzt. Und doch hält er sich imVerlause der Arbeit auch wieder treuer zum Original und ist nichtbemüht, die epischen Redewendungen desselben zu verwischen. Wäreer Dichter, so würde man meinen, er habe sich den Stoff für einefreie Unrdichtung auf diese Weise zurechtgelegt. Aber das lag ihmsicherlich fern. Man könnte auch an eine bloße Uebung im Grie-chischen und in der Kunst des Uebersetzens denken; denn wie mangel-haft Valla's Kenntniß der Sprache war, zeigen trotz der freien Formdie zahllosen Mißverständnisse und Verstöße. Die nüchterne, aberdoch flüssige und seine Latinität ist noch das Beste an der Arbeit,und in ihr erging sich Valla mit Behagen. Uebrigens hatte seinElaborat das Schicksal, zunächst wenig beachtet, dann aber in einerReihe von Drucken verewigt zu werden').
Dem Verlangen des Papstes gegenüber hatten solche Ueber-tragungen in Prosa doch höchstens den Werth vorbereitender Studien.In demselben Sinne mag es auch geschehen sein, daß ein ungenannterPhilolog in seinem Austrage den Text des sogenannten PindarusThebanus emendirte und in dieser neuen Fassung dem Papste zu-eignete. Man möchte hier an Valla denken, der den seit Petrarcagering geschätzten Pindarus, wohl seiner reinen Sprache wegen wie-
>) Valla selbst gedenkt der Arbeit in zwei Briefen an Aurispa und an CardinalLandriani vorn 31. Dec. (1444) und 21. Januar (1445) in den blpi8tolas ?>in-eipum sä. Donrslino, 4w8t. 1644, p. 352. 359. 6k. Nsnt-rs vsrsionnrn Ilo-
meriearum laeobi Lernrr^sii 8tnäio eollseta (Lonuas 1850) p. III. Vatrlsnvor Vallas Oprme. tria II 8. 370—374. Es ist bezeichnend, daß Lorenzo Zanni,Valla's Schüler, in einem Briefe von 1450 bei 4Av8tiiri 8eritt. Virrir. 1'. Ip. 198 die Homer-Ilebersetzung garnicht nennt. Die erste Ausgabe erschien Lrixiae1474. Ich lese das Werk im Drucke Lrixras 1497. I?adrioiri8 Lrdl. Irrt. msä.st ink. aet. sä. 1lan8i V. VI p. 282 giebt nicht diese Drucke, wohl aber 3 späterean. Hier der Ansang des schwer zu beschreibenden Buches als Probe: LoripturrmoKo guarrtarn exereitidrm 6raÜ8 elaäsrn sxoitavsrit 4ekrIIr8 kurons inäiAnatio,ita rrt pagsim avs8 ksrasgus eaäavsrrdn8 Irsronm ae prineipum pasosrontnr, ts,6aIIiopa, vo8gus alias 8vrors8, 8aesr irm8arum eirorrm, guarnm Iroo inunn8 S8tproprium, st guas vatil>u8 prae8iästi8, invoeo, nt käse ws säoosati8, guas moxäoeers aliv8 p 088 im.