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V. Nikolaus V als Bücherkäufer.
Dabei lag ihm auch die Mehrung der lateinischen Klassiker undKirchenvater, die in seinen Schränken standen, fortwährend am Herzen.Wie es in Florenz Cosimo mit großen und Niccoli mit kleinenMitteln betrieben, wie dort unablässig Bücher gefertigt und gekauftwurden, Wissenschaft und Handel zu solchem Zwecke zusammenwirkten,so lestete der sammelnde Papst von Rom aus die Fäden. So weitsie durch die Hände kleiner Agenten gingen, entziehen sie sich unsererKunde oder dürften etwa in den Rechnungen der päpstlichen Kammeranslausen. Zu uns dringt nur in den Briefen der Gelehrten hinund wieder eine Nachricht, aber wir sehen doch, wie der ganze Kreisderer, die der Papst um sich versammelt, seine Verbindungen benutzt,um die Erwerbslust des Herrn zu befriedigen. Alte Exemplare warennicht mehr gar häufig zu kaufen, da man ihren Werth in Florenzund anderwärts längst erkannt und ihnen eine feste Stätte bereitet.Die Nachlässe der Gelehrten waren immer noch ergiebig, aber währendNicolaus' Pontificat ist keiner derer, die ansehnliche Schätze besaßen,gestorben. Auch war, wo sich einmal eine Aussicht auf gute Büchereröffnete, Cosimo Medici schnell bei der Hand. Wir erinnern unsferner der hohen Preise, um die Poggio dem Papste eine Bibel unddie Briese des Hieronymus in Florenz zu erstehen sich erbot, gewißkeine Seltenheiten st. Poggio und Tortello waren übrigens desPapstes kundigste und beste Berather, wo es sich um die lateinischeLiteratur handelte.
Gleichfalls dem Kreise der Medici, Niccoli's und Poggio's ent-stammt des Papstes Bestreben, durch literarische Sendlinge auch inder Ferne nach verlorenen klassischen Schätzen spüren zu lassen. Wennwir hören, daß dieser Missionare mehrere waren'), so ist wohl vor-zugsweise an solche zu denken, die im griechischen und türkischenOrient griechische Bücher suchten und zusammenkauften. Denn inden entlegeneren Ländern des Occidents finden wir nur einen Reise-
') S. Bd. I S. 404. 405.
') Tortello sagt in der Widmung seines Buches I)o ortkog-raplün an denPapst bei Nrrnäini klbl. I-sop. Imuront. '4. I p. 498: Virlso, quaut-rm acikibsseuram in anlignorum nostrornm opsribns oxguirvnäis gnas dopvrciits creclsbantur,ita ut nonnnllos nä äivvi'sas oxtromasgus mnncli partss pro re üao multisenm äMvnItatibus ot iinponsis clsstinavöris. Zlehnlich 4,nrispa in seiner Wid-mung des Hierokles (s. oben S. 84 Note 3): gui cliversos nnntlos por divorsrmmrmrli partv8 ari libros psrguiroirdos tarn Arnooo8 gusm lntinos tu» irnpsirsaruimsti.