V. Uebersetzunge» kirchlicher Autoren.
199
Alle aber übertraf tm anmuthigen Flusse des Verses der jugendlicheAngela Poliziano, der im Anschlüsse an Marsuppini mit demzweiten Buche der Jlias einsetzte und auch die drei folgenden miteiner Widmung an Loreuzo de' Medici veröffentlichte, dann abergleichfalls, mit dem ruhmvollen Anlaufe zufrieden, das undankbareWerk fallen ließ
Papst Nieolaus war gewiß kein Heide. Aber die Ueber--setzungen kirchlicher Autoren, die er veranlaßte, stehen dochhinter den klassischen weit zurück. Jenen wandte der Papst seinInteresse etwa in dem Maße zu, wie es einst Niccoli gethan, wardoch neben diesem auch Traversari in Florenz ihm immer ein Vor-bild gewesen. Gleich ihnen hegte er besonders für die ältere Theo-logie eine Neigung. Manetti unternahm eine Uebersetzung des neuenTestamentes aus dem Urtexte. Weder ihm noch dem Papste war esanstößig, daß darin ein gewisses Mißtranen gegen die Autorität desh. Hieronymus lag. Wie weit Manetti in seiner Arbeit noch beides Papstes Lebzeiten kam, wissen wir nicht genau, doch der unge-ahnten Mysterien, welche er in Folge dieser neuen Bibelübersetzungzu enthüllen versprach, ist die Welt nicht gewürdigt worden. Tor-tello und Trapezuntios übersetzten das Leben des Athanasios vonGregor von Nazianz, letzterer auch einige Werke des Kyrillos undBasilios und das Leben des Moses von Gregorio von Nyssa, mitdenen er gerade so leichtfertig und willkürlich schaltete wie mit desEusebtos evangelischer Vorbereitung. Als die wünschenswerthesteLeistung auf diesem Gebiet erschien dem Papst eine Uebersetzung derachtzig Homilien des Joannes Chrysostomos über das Matthäus-Evangelium; man wiederholte sich die Erzählung, daß einst Thomasvon Aquino, als ihm die bisher bekannten 25 Homilien in der Ueber-setzung des Orontius zu Paris gezeigt wurden, gesagt haben solle, erwolle lieber dieses Buch als ganz Paris. Der Papst hatte dieseArbeit dem Trapezuntios übertragen, der vor andern den Vorzughatte, mit allem bald fertig zu sein, hier indeß sein Vertrauen sowenig rechtfertigte, daß er später den Theodoros Gaza dafür gewann ch.
So bereicherte der Papst die lateinische Literatur, in erster Stelleaber seinen Bücherschatz durch eine stattliche Reihe von Uebersetzungen.
>) Seine Uebersetzung veröffentlichte Mai im LpioilsAium Nomairum II.
'y Vssprrsirrno Meola V § 26; OioiM 1'rabisoiräa tz 2. 6sorAiu8 I. e,
p. 180.