Vorwort
Friedrich der Große hat das mit Goethe gemein, daßunter seinen Lebensbeschreibungen die interessanteste und zu-gleich dieselbe, welche in Deutschland die bekannteste gewordenist, von einem Engländer geschrieben wurde.
Das Leben und der Charakter Friedrichs des Großenhatte jedoch eine Seite, die kein Fremder richtig verstehenkann. Die Fragen, welche hiermit zusammenhängen, warendaher auch im deutschen Volke, dem sie recht eigentlich an'sHerz greifen, noch zu wenig beachtet.
Diese Fragen habe ich in dem vorliegenden Buche zulösen gesucht.
Ich glaube in diesem Buche eine ähnliche Arbeit zuliefern, wie in meinem Leben Friedrich Ludwig Jähns.
Auch die hier vorliegende Arbeit ist zugleich eine publi-cistische. Wie in Jahn's Leben für die „Vermehrung desPatriotismus" gekämpft wurde, den wir seitdem in zwei bisdrei Kriegen gebrauchten, so soll diese Schrift ein warmesWort für die deutsche Literatur einlegen. Während die Literaturan der Seine eine zu große Macht ist, besitzt sie in derHeimat der Kreisrichter und der Landräthe einen noch viel