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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
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denken, so lange man ihm den Halter, Hagedorn und Sie selbst,mein liebster Minnesinger, ingleichen Zachariam dem Poeten, denSchäfer Rost, den seraphischen Klopstock und alle, die noch vor-der Thüre stehen, vorenthält .... Die Halste des Seculi istbald vorbei! Gott helfe weiter!" Schon am 13. Sept. 1749rückte Ramler mir dein Plane heraus, die Deutschen, wie sieeinst mit Golhen (!) und mit Hunnen überschwemmt feien, nunmit Römern und Griechen zu überschwemmen. Man sei ihnendiese Hilfe schuldig. Jeder deutsche Dichter sollte seinen an-tikenLeibautor" haben, den er imitire, interpretire, sogareorrigire, aber vor allen Dingen übersetze. Damit der Geschmackwirklich vollkommen werde und die Sitten reiner blieben, solleAlles so übersetzt werden, daß ein Frauenzimmer es ohne Scham-röthe hören könne. Gleim soll sich deshalb an Ebert, Zachariae,Uz und Goetz wenden. Bon diesen sollen einige wieder an Gra-mer, Rabcner, Gellert und Gieseke schreiben. Ramler selbst willnur einer der Secretaire werden.- die letzte Instanz, derwitzigePatriarch" soll Bodmer sein. Ganz besonders merkwürdig istes auch, daß die Werke dieser deutschen Autoren mit lateinischenLettern gedruckt werden sollten. Und wirklich wurden diese später,wie es scheint auch mit Rücksicht auf den König, -der an diedeutschen Lettern nicht gewöhnt war, in den Werken der preußi-schen Dichter vielfach eingeführt.

Es hatte nun aber nicht allein Samuel Gottfried Lange,dessen Bater einst in Berlin Rector des sriedrichs-werder'schenGymnasiums gewesen war, aus dem ganzen Kreise der preußi-schen Dichter stets noch die meisten äußerlichen Beziehungenzu Friedrich, sondern wir finden, vielleicht mehr durch Pyra'sVerdienst, Lei Samuel Gotthold Lange auch wirklich die erstenKeime der so eben angedeuteten Bestrebungen innerhalb unsererDichtergruppe. Wahrend Ramler feine philologischen Studienerst allmählig vor den Augen des Publikums vervollkommnete,sehen wir Samuel Gotthold Lange wenigstens schon früh mitHoraz, dem Hauptdichter des wirklichen augusteischen Zeitalters,