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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
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..Ich sahe sie! (mir zittern die Gebeine!)

Ich sah, bekümmertes Berlin,

Die Göttin Deines Stroms vor Deinem TarmenhaineMit ihren Schwänen ziehn!

Karl Wilhelm Ramler.

Die literarische Bewegung in Berlin während der fünf-ziger Jahre des 18. Jahrhunderts wurde deswegen weniger be-merkt als die zu Göttingen während der siebziger Jahre, weildie deutsche Literatur in Preußen wegen ihrer eigenthümlichenStellung zum Könige jedes äußere Aufsehn zu vermeiden suchte.In seiner überlegenen Weise nahm aber selbst Lessin'g in Ber-lin an dem Stürmen und Drängen theil. So schrieb dennRamler an Gleim aus Berlin vorn 11. April 1759:Ich kannmich hier mit Hrn. Lessing abrufen, wenn ich mit ihm IhreGesundheit trinken will. Wir hängen alsdann ein rothes Bandaus, das ist das Signal zur Ausflucht in die Baumanns-höhle, denn Sie müssen wissen, der Küper heißt Baumann."*)Insofern diese Bewegung der Geister in Berlin aber eine poli-tische war, erblicken wir Ramler allein mit einer Anzahl vonMusikern und vornehmeren oder geringeren Beamten an ihrerSpitze.

Ramler wurde am 15. Februar 1725 zu Colberg geboren.Er gehörte einer nicht ganz unbemittelten pommerschen Familie

So viel wir wissen ist diese Weinstube erst 1872 verschwunden.